Silk Road Adventures

Als Kaufleute bereisen wir im Legespiel Silk Road Adventures die mittelalterliche Seidenstraße, verbinden Städte und handeln mit Waren. Innovativ: Transparente Schablonen zeigen nach jeder Runde, wie gut unsere Planung auf dem eigenen Tableau gelungen ist.

Silk Road Adventures Spiel Test Mundi Games
Silk Road Adventures

Die Schachtel von Silk Road Adventures hat es in sich: Zwei Kilogramm Material stecken drin: Spielfelder, Spezialitätenkarten, Marker, Token, mehr als 80 Routenplättchen für Geraden und Kurven. Und dann sind da noch 24 durchsichtige Antwortbögen, auf denen Städte und jede Menge farbige Punkte verzeichnet sind. Eines muss man dem japanischen Verlag Mundi Games lassen: Die Zutaten für Silk Road Adventure sehen klasse aus und machen neugierig auf die erste Partie.

Silk Road Adventures: Der Spielablauf

Jeder Spieler startet mit einem eigenen Spielfeld, auf dem 19 freie Hexagonfelder und außen herum sechs Städte zu sehen sind. Die Aufgabe: zwei Städte durch sinnvolle Wege miteinander zu verbinden, um möglichst viele Punkte zu erhalten. 21 Hexplättchen mit Geraden, weiten und engen Kurven liegen pro Spielerin bereit.

Eine zufällig gezogene Handelskarte legt fest, welche Städte in der ersten von insgesamt vier Runden beteiligt sind. In unserem Beispiel soll der Weg von Alexandria nach Konstantinopel führen. Die Orte liegen recht nah beieinander, aber es ist nicht ratsam, einfach die kürzeste Strecke mit den Hexplättchen auszulegen.

Warum das so ist, beweist die ausgeteilte Spezialitätenkarte. Sie zeigt das jeweilige Spielfeld in einem kleineren Maßstab, zu sehen sind Waren wie Weizen, Gewürze oder Juwelen. Aber: keine eingezeichneten Hexagonfelder. Wir erahnen daher nur den ungefähren Standort der Waren und bauen mit diesen vagen Informationen eine Route, die hoffentlich die wertvollsten Güter kreuzt. Welche Spezialitäten Punkte bringen und welche sogar für Abzüge sorgen, ändert sich nämlich in jeder Runde.


Silk Road Adventures – auf einen Blick

Osami Okano | Mundi Games | 2021 | 1 – 4 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten
 
Silk Road Adventures ist ein kurzweiliges Familienspiel, bei dem wir Wege auslegen und mithilfe der Schablone unseren Erfolg beim Handeln abgleichen.


Innerhalb von zwei Minuten müssen alle Routen fertig sein

Mit diesen Vorgaben bleibt Silk Road Adventures sehr variabel, keine Partie gleicht der vorherigen. Für Spannung und etwas Druck bei den Spielern sorgt die Sanduhr. Innerhalb von zwei Minuten müssen alle ihre Route vollständig ausgelegt haben. Wer schnell ist oder eine besonders lange Strecke fertigstellt, erhält Extrapunkte.

Bei der anschließenden Zwischenwertung kommen die transparenten Antwortbögen ins Spiel. Zu jeder kleinen Spezialitätenkarte gehört eine passende Schablone mit allen aufgemalten Gütern. Jede Spielerin legt sie aufs eigene Spielfeld und gleicht ab, ob die Route Weizen- oder Gewürzfelder kreuzt. Jede Spezialität wird sofort auf dem Punktetableau abgerechnet. Wer nach vier Runden (in denen neue Güter hinzukommen und deren Wertigkeiten wechseln) die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt.


Brettspielelust-Newsletter abonnieren:

Ja, ich möchte den Newsletter (Beispiel ansehen) mit Brettspieletests, News und Interviews erhalten. Hinweise zum Widerruf und der Verarbeitung der Daten geben wir in unserer Datenschutzerklärung.


Silk Road Adventures: Fazit und Wertung

Silk Road Adventures ist ein kurzweiliges Familienspiel, dass auch in voller Spielerzahl weniger als 30 Minuten dauert. Alle spielen gleichzeitig, die Sanduhr setzt einen zeitlichen Rahmen, der aber nicht allzu viel Hektik am Tisch bereitet. So haben die Spielerinnen Gelegenheit, verschlungene Wege aus Kurven und Geraden zu legen, um möglichst viele der gewinnbringenden Güter einzusammeln.

Das ist gar nicht so einfach wie es klingt. Die Idee mit der Miniaturkarte als Voransicht ist gut gelöst. Man glaubt zu wissen, dass hier irgendwo die Juwelen liegen müssen. Aber den exakten Ort und vor allem den nötigen Straßenverlauf, um die kostbare Ware regelkonform zu kreuzen, kennen wir nicht. So kommt es in den Zwischenwertungen immer wieder zu unerwarteten Überraschungen, denn knapp daneben ist auch auf der Seidenstraße vorbei.

Die Schablonen sind ein innovativer Hingucker, auch wenn die Idee nicht zum ersten Mal in einem Brettspiel auftaucht. 2018 hatte Ravensburger mit Woodlands ein Märchenspiel am Start, bei dem wir Wege in einem verwunschenen Wald auslegten und anschließend unsere Figurenbewegungen mit einer Schablone abglichen. Woodlands war mit komplexeren Regeln (daher ab zehn Jahren empfohlen) und einer fortlaufenden Geschichte um Helden wie Robin Hood oder Artus nie mehr als ein Geheimtipp. Schade eigentlich, denn Spiele mit einer solchen Schablonenmechanik machen Spaß, schulen die Koordination und bleiben auch nach mehreren Partien angenehm variabel.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

Leave Your Comment

Your email address will not be published.*