Cubitos

★★★★★★★☆☆

121 Würfel in einer Spielschachtel? Als wir zum ersten Mal von Cubitos hörten, kam sofort Vorfreude auf eine wilde Würfelorgie auf. In unserer Rezension erklären wir, wie gut das Rennspiel von John D. Clair funktioniert.

Cubitos: Wer nichts wagt, wird das Rennen nicht gewinnen – das war unser Eindruck aus den bisherigen Partien.

Cubitos: Der Spielablauf

Zwei bis vier Spielerinnen nehmen am alljährlichen Cube Cup teil. Wer hier gewinnen will, ist auf ein perfektes Support-Team angewiesen. Dieses Team besteht aus verschiedenen bunten Würfeln mit drolligen Namen, die man mit Glück und Taktik rekrutiert. Gestartet wird aber mit einem biederen Basisset aus grauen Kuben.Damit gewinnt niemand eine Trophäe, denn die meisten Seiten dieser Würfel sind leer, nur wenige zeigen eine Münze oder einen Fuß. Diese Symbole erlauben es den Spielern, sich fortzubewegen oder etwas zu kaufen – nämlich die cooleren Würfel. Und diese bunten Zeitgenossen, die Wadenbeißer, Krötenköter oder Käsehäppchen heißen, zeigen neben den Grundsymbolen weitere Spezialsymbole an. Die Wahrscheinlichkeit, Treffer zu erzielen, ist dadurch größer.


Cubitos – auf einen Blick

John D. Clair | Alderac Entertainment Group, Pegasus | 2021 | 2-4 Personen | ab 10 Jahren | bis 60 Minuten

Nach unnötig kniffeligem Einstieg entpuppt sich Cubitos als flottes und variables Rennspiel. Vier Rennstrecken und 56 Karten für die Wertung der 121 Fähigkeiten-Würfel garantieren eine Menge Spielspaß und Abwechslung.


In jedem Rennen haben die Spezialsymbole der bunten Würfel andere Bedeutungen bzw. Funktionen. Denn: Für jede Farbe stehen sieben Karten zur Verfügung, die sich die Spielgruppe vorab individuell zusammenstellen kann. Zur Wahl steht noch eine der vier Rennstrecken und dann kann’s losgehen.

Jeder Spielzug bei Cubitos läuft in zwei Phasen ab: Würfel- und Rennabschnitt

Im Würfelabschnitt füllst du auf deinem Tableau deine Würfel bis zum Maximalwert auf und legst sie in den Bereich „Bereitschaft“. Zu Beginn sind das die neun grauen Würfel, diese Zahl kannst du im Laufe eines Rennens erhöhen, wenn du Nachschub-Plättchen einsammelst oder einen Bonus erhältst, weil du im Rennen weit zurück liegst. Nun würfelst du alle Würfel, die in der Bereitschaft liegen. Würfel, die auf einer Trefferseite liegen bleiben, schiebst du in den Aktionsbereich.

Anschließend darfst du (je nach eigener Risikobereitschaft) die restlichen Würfel erneut werfen oder passen. Achtung: Sobald drei oder mehr Würfel im Aktionsbereich liegen, bist du in Gefahr: Würfelst du weiter, riskierst du das gesamte Wurfergebnis, falls du keinen weiteren Treffer erzielst. Dann hast du einen Fehlwurf und erhältst keine Münzen oder Schritte. Wenn du allerdings rechtzeitig passt und aufhörst zu würfeln, kannst du deine aktiven Würfel auswerten – die nicht genutzten Würfel bleiben für die nächste Runde in der Bereitschaft liegen.

Nun wechselst du in die Phase Rennabschnitt:

Zunächst wertest du alle oben liegenden Symbole auf deinen hinzugekauften Würfeln aus, je nach Kartenauswahl führt das zu unterschiedlichen Effekten. Dann bewegst du für jeden gewürfelten Fuß deine Spielfigur ein Feld nach vorn (horizontal, vertikal oder diagonal). Wasserfelder darfst du dabei ohne Spezialfähigkeit nicht betreten. Die Ideallinie vom Start zum Ziel dürfte offensichtlich sein, doch manchmal bedeutet ein kleiner Umweg Vorteile. Beendest du deinen Spielzug auf einem Bonusfeld, erhältst du zum Beispiel einen weiteren Würfel, Kreditplättchen oder die Möglichkeit, einen ungeliebten Kubus auszusortieren.


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Nun hast du die Möglichkeit, mit deinen erwürfelten Münzen ein oder zwei neue Würfel einzukaufen. Es ist auch möglich, Münzen mit deinen Kreditplättchen zu kombinieren. Die neu erworbenen Kuben legst du in die Ruhezone deines Tableaus. Als Letztes schiebst du dort alle aktiven Würfel hin und eine neue Runde beginnt. Sollten sich in deinem Vorrat keine Würfel mehr befinden, versetzt du die Würfel aus der Ruhezone dorthin.

So geht es reihum und Runde für Runde weiter, bis du oder einer deiner Mitspieler die Ziellinie erreicht bzw. überschreitet. Dann endet das Spiel nach dieser Runde. Wer nun am weitesten vorne auf der Rennstrecke steht, gewinnt.

Cubitos: Fazit und Wertung

Auf dem Cover der Cubitos-Spielschachtel thront ein Handkäse-Kubus in Lederhosen. Das sieht nicht nur ziemlich schräg aus, sondern führt beim Betrachter zur missverständlichen Annahme, ein Kinderspiel in den Händen zu halten. Dabei verortet sich Cubitos im Bereich eines Kennerspiels und ist ab 10 Jahren empfohlen.

Ein Blick in die Anleitung verdeutlicht das: Auf 15 Seiten lesen wir vieles über den Spielaufbau und Rennablauf, die Sonderregeln und Karten. Es gibt Spiele mit diesem Regelumfang, die man nach einmaligem Lesen starten kann. Bei Cubitos (Alderac / Pegasus) brauchten wir drei Anläufe, um einen halbwegs geglückten ersten Versuch zu schaffen. Die Anleitung macht es den Lesenden unnötig schwer, ist kompliziert geschrieben und springt zwischen Abläufen, Sonderregeln und notwendigen Infos zum Spielablauf hin und her. Zudem bleiben bei manchen Spielkarten Fragen offen – eine Hürde gerade für Wenigspieler.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, entdeckt bei Cubitos ein flottes und variables Rennspiel. Vier Rennstrecken und 56 Karten für die Wertung der Fähigkeiten-Würfel – das garantiert eine Menge Abwechslung und Spielspaß. Obwohl die Rennen solitär angelegt sind und Interaktionen zwischen den Spielern ausbleiben, ist der Wettkampf auf den Strecken spannend.

Push your luck bleibt dabei ein zentrales Element, denn Würfelspiele sind natürlich Glücksspiele. Wer sich gerade zu Beginn eines Rennens wenige Fehlwürfe leistet, kann durch das geschickte Einkaufen von Zusatzwürfeln immerhin die Wahrscheinlichkeiten zu den eigenen Gunsten verschieben. Das richtige Maß aus Vorsicht und Risiko ist entscheidend. Und wer nicht wagt, wird das Rennen nicht gewinnen – das war unser Eindruck aus allen bisherigen Partien.

Was Cubitos ebenfalls zu einem guten, gehobenen Familienspiel macht, ist die Aufholmechanik: Wer auf der Strecke weit hinter den anderen Teilnehmenden liegt, darf mit mehr Würfeln werfen. Und wer eine Niete würfelt, erhält eine Art Trostpreis, rückt in der Fankurve einen Schritt nach vorn und sammelt hier und da noch kleine Boni ein. Mit diesen Feinheiten sorgte Cubitos bei uns dafür, dass die Rennen nicht zu früh entschieden waren. Die Ungewissheit über den Ausgang des Rennens blieb bis zur Zielgeraden erhalten.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

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