Kraqua

★★★★★★★☆☆

„Kraqua“ (Moses Verlag) ist ein kooperatives Familienspiel für zwei bis vier Mitspieler:innen ab acht Jahren. Der gemeinsame Gegner ist ein Krake, der mit seinen Tentakeln unsere Edelsteine klaut. Diese Steine benötigen wir am Ende aber, wenn unsere drei Fische ins Ziel schwimmen.

Kraqua Spiel Test Moses Verlag
Kraqua

Besonders bei Kraqua ist bereits das aufklappbare Spielbrett: Zu Beginn ist die linke Seite noch verdeckt, so dass man nur Kraquas böse Augen durch einen kleinen Spalt erkennen kann. Hier ist auch der Startpunkt für die drei unterschiedlich großen Fische in Gelb, Grün und Rot. Auf jedes Startfeld wird ein Fisch gestellt. Ein drittes Unterscheidungsmerkmal der Fische sind deren unterschiedliche Hüte: ein Sombrero, ein Zylinder und eine Melone. Im Laufe des Spiels wird erst die linke Seite aufgeklappt und dann die rechte Seite des Spielbretts zugeklappt, auf dem dann das Ziel erscheint.

Kraqua: Der Spielaufbau

Es gibt sechs Versteck-Plättchen, davon wählt man eines aus und legt es mit den darauf abgebildeten Edelsteinen nach oben in die Brettspielmitte auf die Seesterne. Die Anzahl und Farben der Edelsteine, die auf diesem Versteck angezeigt sind, müssen am Ende ins Versteck gelangen.

Eines der anderen Versteck-Plättchen (die übrigen werden nicht mehr benötigt) dreht man um, darauf ist eine Schatztruhe abgebildet, diese kommt auch auf die Mitte des Brettes in die Lücke rechts vom Versteck-Plättchen. Alle 16 Edelsteine in verschiedenen Farben kommen in die Schatztruhe.


Kraqua – auf einen Blick

Michael Kallauch und Jan Meyberg | Moses Verlag | 2021 | 2-4 Spieler | ab 8 Jahren | 30 Minuten

Seine Fische ins Ziel bringen und gleichzeitig die Edelsteine vor dem bösen Kraken retten: Kraqua ist ein Familienspiele-Abenteuer, das vor allem Jüngere an kooperative Spiele heranführt.


Alle, die mitspielen, wählen sich einen Tier-Chip aus (Qualle, Seepferdchen, Schildkröte oder Krebs), denn jedes Tier hat spezielle Fähigkeiten. Sie helfen dabei, das Ziel gemeinsam zu erreichen. Zwei Muscheln kommen von Beginn an in unseren Vorrat, mit ihnen können wir einen Fisch nach einem Zug noch einen Schritt weiterziehen lassen. Muscheln sind also Joker, wenn der Zug sonst ungünstig wäre. Dazu später mehr.

Die sechs magischen Tore werden gemischt und verdeckt als Nachziehstapel neben das Brett gelegt – das erste Tor legen wir sofort auf den ersten Riffbogen. Die Abbildung unten sagt uns, in welcher Reihenfolge die Fische durch dieses Tor schwimmen müssen. Zum Beispiel: Zuerst der Fisch mit dem Zylinder, als Zweites der Sombrero und zuletzt die Melone. In einer anderen Reihenfolge würde das magische Tor verschlossen bleiben und man dürfte nicht durch.

Weiterhin gibt es zwölf beidseitig bedruckte Riffplättchen, die wir als Stapel in die Sandbank (links unten) bereitlegen. Wir ziehen die ersten beiden Riffplättchen, drehen sie um und legen sie direkt innen und außen an die ersten Riffplätze. Im Riff sind die Tiere geschützt, nur wenn ein Riffplättchen eine freie Wasserstelle zeigt, ist diese Stelle ungeschützt. Falls ein Fisch von uns hier stehen bleibt, klaut sich Kraqua einen unserer Edelsteine.

Kraqua: Der Spielablauf

Das Spiel läuft über mehrere Runden. In jeder Runde ist jeder Mitspieler oder Mitspielerin genau einmal dran, aber in welcher Reihenfolge, entscheiden alle im kommunikativen Austausch gemeinsam.

Wenn du an der Reihe bist, besteht dein Zug aus drei Schritten:

  1. Ein Riffplättchen ziehen und an die nächste freie Stelle anlegen. Auf diesem Riffplättchen ist eins der vier Tiere zu sehen, z.B. eine Schildkröte.
  2. Einen der drei Fische bewegen: Und zwar auf das nächste freie Tier (in unserem Beispiel ist es die Schildkröte), welches auf deinem Riffplättchen zu sehen ist.
  3. Prüfen, ob Kraqua einen Edelstein klauen kann, weil das Riff nicht geschützt ist, auf dem der Fisch nun steht. Wenn ja, würfelst du den Edelsteinwürfel und ein Edelstein in der gewürfelten Farbe wandert aus der Schatztruhe auf die Augenpartie von Kraqua.

Besondere Felder in Rot mit einem Delfin oder einem Hai:

  • Der Delfin-Express ermöglicht dir bei Abgabe einer Muschel, dass du einen Edelstein aus der Schatztruhe direkt in dein Versteck legen darfst. Dort ist dieser Edelstein vor Kraqua sicher. Das ist besonders bei den seltenen Farben wichtig: So gibt es nur einen Edelstein in Gelb und einen in Lila, aber fünf transparente.
  • Der Hai klaut für dich einen Edelstein deiner Wahl aus Kraquas Höhle, wenn du eine Muschel zur Verfügung hast und sie abgibst.

Muscheln für den Vorrat erhalten wir nicht nur zu Beginn der Partie, sondern auch jedes Mal, wenn ein Fisch auf einem Feld mit einer Muschel stehen bleibt.

Sobald die drei Fische das erste magische Tor durchschritten haben und die Runde endet, öffnet man die linke Spielbrettseite und Kraqua kommt ganz zum Vorschein. Alle Riffplättchen, die jetzt noch auf der Sandbank liegen, kommen aus dem Spiel. Dadurch wird es schwieriger, einen sicheren Weg für die Fische zu finden. Kraqua kann so öfter klauen.

Haben die Drei das zweite magische Tor durchquert – natürlich in der auf dem Tor angegebenen Reihenfolge der Fische – klappt man am Ende dieser Runde die rechte Seite des Spielbretts zu – (alle Riffplättchen darauf kommen aus dem Spiel) – und es erscheint das Ziel, das selbst hinter dem dritten magischen Tor liegt. Das Tor entscheidet also, ob die Fische nach einer bestimmten Größe, in einer bestimmten Farb- oder Hut-Reihenfolge das Ziel erreichen.

Das Spielende: Sind alle Fische in der vorgegebenen Reihenfolge im Ziel angekommen und haben wir entweder alle geforderten Edelsteine in unserem Versteck oder in der Schatztruhe, dann haben wir gemeinsam das Spiel gewonnen. Sollten wir es geschafft haben, die Fische ins Ziel zu bringen, aber die passenden Edelsteine wurden von Kraqua geklaut, haben wir nur fast gewonnen. Schaffen wir es nicht unsere Fische ins Ziel zu bringen, so ist die Niederlage sicher.

Kraqua: Fazit und Wertung

Kraqua ist für Familien mit jüngeren Kindern (ab ca. 6 bis 8 Jahren) ein Einsteigerspiel, mit der die kooperative Spielweise leicht erlernt werden kann. Denn dieses Spiel funktioniert nur mit ausreichender Kommunikation. Jeder darf seine Ideen mit einbringen, wenn es darum geht, welcher Fisch bei welchem Riffplättchen als Erstes ziehen sollte, denn jede Mitspielerin hat mit ihrem Meerestier ja noch eine Superkraft, die man geschickt an benötigten Stellen einsetzen kann. So darf das Seepferdchen bei einem geklauten Edelstein von Kraqua noch einmal den Edelsteinwürfel würfeln: Vielleicht haben wir ja Glück, und es zeigt dieses Mal eine weniger wichtige Farbe an. Der Mitspieler, der den Krebs hat, darf die Muschel, die man für eine Sonderaktion bezahlen muss, mit Faust und Finger flippen: Landet sie auf der Muschelseite, so dürfen wir sie behalten. Auf der anderen Seite gelandet, müssen wie sie abgeben. Gerade diese Superkräfte machen Kraqua für Kinder zu einem spannenden Spieleereignis. Das umklappbare Spielbrett mit der sich enthüllenden Kraqua ist schon etwas Besonderes.

Es ist ein gelungenes Familienspiel, denn die Eltern müssen auch manchmal den Weg weisen, falls die Frage zu schwer ist, welcher Fisch denn sinnvollerweise zuerst vorwärts gehen sollte. Dafür benötigt man auch den Weitblick, um drei Schritte im Voraus denken zu können. So fordern die verschiedenen Möglichkeiten Jüngere stark heraus.

Uns ist es direkt beim ersten Spiel gelungen, gemeinsam gegen Kraqua zu gewinnen. Für zu schnelle Erfolge bietet die Anleitung drei Schwierigkeitsstufen an. So startet man beispielsweise ohne Muscheln oder hat weniger Riffplättchen zur Verfügung. Das Artdesign mit den drei Holzfischen und den unterschiedlichen Hüten, die funkelnden Edelsteine und das blaue Korallenriff ist außerdem schön anzusehen.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

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