Picture Points

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Picture Points ist ein schnelles Zeichen- und Ratespiel für drei bis fünf Spielende. Eine Karte mit einem Begriff liegt in der Tischmitte und alle haben eine halbe Minute Zeit, ihn zu zeichnen. Entscheidend bei der Punktevergabe sind die Details.

Picture Points: Wenn du blitzschnell ein Fahrrad malen sollst: Wie viele Details fallen dir dabei ein?

Wie ein Fahrrad aussieht, weiß natürlich jeder, doch hier kommt es auf die Einzelheiten an. Denn auf der Rückseite jeder Spielkarte gibt es nach Ablauf der 30-sekündigen Malzeit die Auflösung. Die Zettel werden im Uhrzeigersinn an den linken Nachbarn weitergegeben. Nun vergibt jede Spielerin Punkte für die Zeichnung der Nachbarspielerin. Erkennt sie an dem gezeichneten Fahrrad einen Rahmen, gibt es einen Punkt, für Pedale ebenso, für die Tretkurbel gibt es schon 5 Punkte und wer beim Vorderrad gar eine Federgabel eingezeichnet hat, erhält weitere 10 Punkte.


Picture Points – auf einen Blick

Caroline Fox | Moses Verlag | 2021 | 3 bis 5 Spieler | ab 12 Jahren | 20 Minuten

Schnelles Zeichen- und Ratespiel: Eine Karte mit einem Begriff liegt in der Tischmitte und alle haben eine halbe Minute Zeit, ihn so detailliert wie möglich zu zeichnen.

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Auf manchen Karten erhält man sogar Minuspunkte, wenn man falsche Details eingezeichnet hat: So gibt es beim Begriff „Wigwam“ minus 10 Punkte, wenn man ein spitzes Dach wie bei einem Tipi gemalt hat, denn ein Wigwam hat ein Kuppeldach, für das es dann wiederum 10 Pluspunkte gibt. Dabei weiß man vorher natürlich nicht, für welche Details diese Karte nun Punkte vergibt. Das bedeutet aber auch, dass man jede Karte nur einmal spielen kann, denn danach erinnert man sich an die Punktevergabe und die benötigten Details.

Wie viele Karten man spielt, kommt ganz auf die Spielenden und deren Lust und Laune an. Es gibt zwar eine Empfehlung des Verlags, mit fünf Spielern zehn Karten zu spielen und danach alle erreichten Punkte zusammenzuzählen, das ist aber nicht fix. Wer die meisten Punkte hat, ist der beste Schlaumaler und gewinnt das Spiel.

Hier mein eigener Versuch und die Wertungskategorien auf der Karte links: Acht Punkte – trotz eines abenteuerlich gemalten Fahrradrahmens.

Picture Points: Bewertung und Fazit

Im Spieleset befinden sich 51 Begriffskarten, die man zeichnen kann, sowie ein kleiner Block, der auf Vorder- und Rückseite Platz zum Malen bietet. Laut Anleitung soll man, wenn der Block verbraucht ist, in seinem Altpapiervorrat nachsehen und auf alte Pappe oder Papier malen. Das Recycling-Prinzip passt auch zur Verpackung von Picture Points, die durch den schönen Schuber ganz ohne Plastik auskommt (bis auf einen kleinen Aufkleber, damit der Schuber nicht aufgeht). Davon können sich andere Spielehersteller eine Scheibe abschneiden, wo selbst Karten, die in einer dafür vorgesehenen Mulde liegen, noch vor dem ersten Gebrauch aus einer Plastikverpackung befreit werden müssen. Also großes Lob und volle Punktzahl für die umweltbewusste Verpackung!

Leider gibt es für das Spiel von uns ein paar Abzüge an anderer Stelle. Das Problem sind die Begriffe selbst. Zwar ist Picture Points (Moses Verlag) ab 12 Jahren empfohlen, aber selbst 12- oder 15-Jährige hatten in unseren Testrunden Probleme, einen Walkman, eine Kuckucksuhr oder eine analoge Stoppuhr zu malen, weil sie diese Dinge schlicht nicht kennen. Wir mussten (ohne hier zu spoilern, weil wir keine gesuchten Details verraten) weitere Karten aussortieren wie Elizabeth Tower, Justitia, Totenmaske Tutanchamun, Thor, Wikingerschiff oder den europäischen Hummer. Letztlich blieb kaum mehr als die die Hälfte der 51 Karten übrig. In Erwachsenenrunden könnten wir die natürlich nachholen.

Hausregel: Wir geben uns etwas mehr Malzeit

Der nächste Knackpunkt ist die Zeit: In 30 Sekunden fehlen einem sogar bei einfachen Begriffen wichtige Sekunden, um Details zu zeichnen. Wir haben eine Hausregel etabliert, die halbe Minute einfach auf das Doppelte ausgeweitet und allen eine Minute Zeit gegeben.

Wer Lust hat zu zeichnen und wem es nicht zu peinlich ist, sich mal an einem Einhorn zu versuchen, dem wird dieses kleine Spiel gefallen. Wir empfehlen es nur für Erwachsenenrunden, wegen der beschriebenen Schwierigkeit der Begriffe. Ich könnte mir vorstellen, dass es Sinn macht, verschiedene Varianten rauszubringen: für Erwachsene und für Kinder. Dann hätte man das Problem der aussortierten Karten nicht mehr. Oder aber eine Edition nur mit Tieren zu machen oder nur mit Haushaltsgegenständen. Dann weiß man, was auf einen zukommt. Die Zusammenstellung der Begriffe in Picture Points ist also verbesserungswürdig, aber Spaß hat es uns dennoch gemacht, zu schauen, wer auf welche Details geachtet hat und wie gemalt hat. Lustig ist es allemal und natürlich kann man es auch mit mehr als den vorgeschlagenen fünf Personen spielen.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

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