Don Carlo

Bewertung: Zweieinhalb Sterne (von max. vier Sternen)

Beim Kartenspiel Don Carlo (moses. Verlag) versuchen wir, unseren Einfluss in sechs Ländern zu vergrößern. Dafür schicken wir unsere Agenten mithilfe von Kartenkombinationen in diese Länder – mit dem Ziel, die anderen Spieler am Ende auszustechen.

Don Carlo Kartenspiel vom Moses-Verlag: Vier Familien kämpfen um ihren Einfluss in sechs fiktiven Ländern.
Don Carlo: Vier Familien kämpfen um ihren Einfluss in sechs fiktiven Ländern.

Jeder Spieler erhält einen Satz aus 25 Spielkarten, deren Werte von null bis sechs reichen. Die kleinen Werte kommen dabei häufiger vor. Ziel des Spiels ist es, seine Karten geschickt in Ländern unterzubringen. Die heißen zum Beispiel Abstrusien oder Absurdistan und es sind unterschiedliche Wertungen darauf notiert. Eure Karten – egal ob einzeln oder als Kombination – dürft ihr nur in passenden Ländern ablegen. Was mit passend gemeint ist, erklärt das folgende Beispiel.

Von eurem Nachziehstapel zieht ihr zunächst vier Handkarten (s. Abbildung 2). Diese Handkarten sortiert ihr nach der Größe der Zahlenwerte. Wollt ihr nun einen Agenten entsenden, müsst ihr ihm einen Codenamen geben und das passende Land bestimmen:

  1. Codenamen vergeben
    Ein Codename kann aus bis zu vier Ziffern bestehen. Dafür nutzt du entsprechend eine bis vier deiner Handkarten. Wähle zum Beispiel die Karten mit den Ziffern 2 und 4 aus. Der Code dieses Agenten lautet also 2/4 (möglich wäre ebenfalls 0/2/4 aus drei Handkarten).
  2. Land bestimmen
    Zähle alle Ziffern seines Codenamens zusammen. Die Summe sagt dir, in welches Land du den Agenten jetzt schickst. Der gewählte Code 2/4 passt zu Absurdistan (Wert = 6).

Dein Kartenpaar legst du unterhalb der Länderkarte Absurdistan an und ziehst sofort wieder auf vier Handkarten nach. Weil dein Zahlencode der erste in diesem Land ist, erhältst du dafür einen Punkt.

Hinweis: Die beiden Länder Egoistrien (Wert 1–3) und Schwadronien (Wert 9–12) zeigen jeweils einen Zahlenbereich. Das bedeutet, dass die Summe des Codenamens jede Zahl in diesem Zahlenbereich sein kann.

In jedem Land darf jeder Code nur einmal vergeben werden. Stets muss die Summe der Karten dem Wert des jeweiligen Landes entsprechen. In Abbildung 4 hat ein anderer Spieler den Code 1/5 angelegt. Da es der zweite Code in Absurdistan ist, erhält er sofort zwei Punkte (an dritter Stelle wären es drei Punkte usw.).

Abbildung 5 zeigt den weiteren Verlauf des Spiels: Unter den Länderkarten versammeln sich immer mehr Codes der Spieler, die ihnen Punkte bringen und den Einfluss in diesem Land steigern. Denn am Ende des Spiels schaut ihr in jedem Land nach, wer dort die meisten Codes angelegt hat. Dieser Spieler erhält den Wert der Länderkarte als Bonuspunkte. Es zählt dabei die Anzahl der Agenten und nicht die Anzahl der Zahlenkarten. Sollten ein oder mehrere Spieler gleich viele Codes in einem Land platziert haben, bekommt derjenige die Länderkarte, der zuerst einen Agenten in dieses Land geschickt hat.


Don Carlo – auf einen Blick

Wolfgang Kramer, Bernhard Lach und Uwe Rapp | Moses | 2020 | ab 8 Jahren | 2 bis 4 Spieler | 20 Min.

Abstraktes Kartenspiel mit Pfiff: Don Carlo gefällt uns gut und kommt als Auftakt eines Spieleabends gern auf den Tisch.

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Weitere Boni erhaltet ihr fürs Anlegen eines Dreier-Codes in Form einer Straße (z.B: 1/2/3) oder eines Paschs (2/2/2).

Das Spiel endet, sobald keiner von euch einen neuen Agenten entsenden kann (bzw. wenn ihr alle 25 Handkarten bereits als Codes eingesetzt habt). Die Summe aus Sofortpunkten und Länderpunkten entscheidet, wer bei Don Carlo gewinnt.

Don Carlo: Fazit und Meinung

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Don Carlo ist ein entspanntes Familienkartenspiel, bei dem auch Schulstarter schon auf ihre Kosten kommen. Wer Spaß am Umgang mit Zahlen hat und bis zwölf rechnen kann, darf gerne einsteigen und Codes bilden. Dass es für die Kleinen möglicherweise nicht zum Sieg reicht, liegt an den taktischen Kniffen, die das Kartenspiel nach den ersten Partien offenbart:

Nur wer seine 25 Karten effizient einsetzt, hat eine Chance auf viele Punkte. Die Spieler müssen klug abwägen, wie sie mit den kleinen und großen Werten ihrer Handkarten haushalten. Müssen sich entscheiden, in welchen Ländern sie die Position ganz oben sichern wollen und wo es sich lohnt, hohe Punktzahlen für Platzierungen weiter unten in der Spalte zu erzielen. Müssen im Blick behalten, in welchen Ländern ihre Mehrheit auf der Kippe steht und sie mit weiteren Codes ihren Einfluss sichern. Alle Spieler sind dabei abhängig von ihrer jeweiligen Kartenhand, so bleibt auch das Zufallsmoment gewahrt.

Don Carlo gefällt uns gut und kommt als Auftakt eines Spieleabends gern auf den Tisch. Die Thematik rund um ehrwürdige Familien, Consiglieri und dann wiederum Agenten und Codes ist nicht sonderlich gelungen, spielt bei diesem abstrakten Kartenspiel (mehr Kartenspiele auf Brettspielelust) aber letztlich keine Rolle. Das Einzige, dass beim Spielen etwas stört, ist das Anfertigen der Strichlisten für sofort zu vergebene Punkte. Ein echter Knochenjob für den Buchhalter! Tipp: einfach eine Zähltafel aus einem anderen Spiel verwenden (zum Beispiel aus Carcassonne) und jeder zieht seine Figur selbstständig voran.

Wertung Oliver:

Bewertung: Zweieinhalb Sterne (von max. vier Sternen)

Wertung Rita:

Bewertung: Zweieinhalb Sterne (von max. vier Sternen)

Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

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