Die SPIEL 21 geht an den Start – unter diesen Bedingungen

Spiel 19
Foto von der SPIEL 19

Die gute Nachricht: Sie findet statt – in Präsenz und vor Ort in Essen! Nach der Corona bedingten Digitalausgabe im vergangenen Jahr (unser Rückblick auf Brettspielelust) freuen sich Brettspielefans wieder auf eine SPIEL zum Anfassen und Ausprobieren. Doch die Auflagen, unter denen die weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele stattfindet, sind zahlreich. Zudem ist unklar, ob die pandemische Entwicklung die Veranstalter in den nächsten Wochen vor weitere Probleme stellt. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten (Stand: 14. September) aufgelistet.


Wann findet die SPIEL 21 statt?

Die Messehallen in Essen öffnen ihre Tore von Donnerstag, 14. Oktober, bis Sonntag, 17. Oktober 2021.
Donnerstag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr, Sonntag von 10 bis 18 Uhr.


Wie komme ich an Tickets?

Da alle Besucherinnen und Besucher registriert werden müssen, gibt es in diesem Jahr ausschließlich personalisierte Online-Tickets. Der Ticketverkauf startet am 26. August unter www.spiel-messe.com. Tageskassen wird es nicht geben.


Werden die Tickets teurer?

Ja, und zwar deutlich: Kosteten die Tagestickets für Erwachsene im Jahr 2019 noch 15 Euro, sind diesmal 20 Euro fällig. Kindertickets steigen von 8 Euro auf 11,50 Euro. Mehrkosten für die Messe-Organisation seien laut Friedhelm-Merz-Verlag vor allem durch die Corona-Verordnungen und Regeln entstanden – schon allein deshalb, da man deutlich mehr Fläche benötigt. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe (€) warb Geschäftsführerin Dominique Metzler um Verständnis: „Wir sind als private Messebetreiber in der Krise nicht staatlich gestützt worden. Wir sind darauf angewiesen, Gewinn zu machen.“ Und in einem Interview mit Better Board Games stellte sie heraus, dass die Messe mehrere hunderttausend Euro teurer werde als 2019 und es zudem durch die Zutrittsbeschränkungen weniger Besucher:innen gäbe als sonst.

Fakt ist allerdings auch, dass eine Familie mit zwei Kindern vor zwei Jahren ein Familienticket für 36 Euro als Tageskarte erwerben konnte. In diesem Jahr wären vier Einzeltickets notwendig, die zusammen 63 Euro kosten. Preissteigerung: 75 Prozent.


Wie viele Aussteller zeigen wie viele neue Spiele?

Mittlerweile haben sich knapp 600 Aussteller aus 41 Nationen zur SPIEL 21 angemeldet. (zum Vergleich: 2019 waren es 1.200 Aussteller aus 53 Ländern). Die Zahl der angekündigten Spieleneuheiten liegt bei mehr als 1.000. Die meisten namhaften Spieleverlage sind auch diesmal am Start, allerdings hat sich Branchenriese Asmodee bereits im Sommer entschieden, diesmal nicht mit eigenem Stand auf der Messe vertreten zu sein.


Ist in den Hallen alles so wie immer?

Ja und nein. Zwar sind wieder hunderte Aussteller vor Ort, die teilweise ihre Flächen vergrößert haben, so dass die SPIEL 21 in den Hallen 1, 2, 3, 5, 6 sowie der „Galeria“ stattfindet. Was auf den ersten Blick nach einer gewohnten Messe aussieht, wird sich durch die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln aber anders anfühlen als sonst.


Welche Hygiene- bzw. Coronaschutzregeln gelten in den Hallen?

Der Friedhelm-Merz-Verlag gab bekannt, dass die Gänge in den Hallen in diesem Jahr deutlich breiter sind, um allzu große Menschentrauben zu verhindern. Alle Besucherinnen und Besucher benötigen einen Nachweis darüber, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Ein Schnelltest darf dabei nicht älter als 48 Stunden sein. In den Hallen gilt eine generelle Maskenpflicht (mind. medizinischer Mund-Nasen-Schutz) für alle Erwachsenen sowie für Kinder ab sechs Jahren.

Um Zutritt zum Gelände zu erhalten, ist ein Digitales EU COVID-Zertifikat notwendig, das die Immunisierung oder den Negativtest dokumentiert. Dieses kann auch in gedruckter Form zum Scan vorgezeigt werden. Es muss sich in jedem Fall um ein scanbares und gültiges Dokument mit QR-Code handeln (z.B. digitaler Impfpass). Darüber hinaus ist ebenfalls der eigene Lichtbildausweis mitzuführen!


Wird es Spieltische geben, um Neuheiten auszuprobieren?

Natürlich, denn sonst hätte das Ganze mit einer Spielemesse wohl wenig gemein! Aber auch hier wirkt das Coronaschutzkonzept: Die Tische rücken weiter als gewohnt auseinander, es sind maximal zehn Teilnehmer:innen pro Tisch erlaubt und alle Beteiligten müssen an jedem Spieltisch Daten für die Kontaktverfolgung hinterlegen, zum Beispiel digital mit der Luca-App.


Wie viele Besucher sind denn überhaupt zur Messe zugelassen?

Während die SPIEL in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord sprang und im Jahr 2019 auf mehr als 200.000 Besucher:innen kam, ist die Zeit der Superlative zunächst vorbei.

Wie viele Spielefans in diesem Jahr zugelassen sind, hängt von den landesweit geltenden Vorschriften ab. Zurzeit verkündet der Merz-Verlag, das eine Auslastung von 60 % geplant sei. Was bedeutet das? „Bei rund 200.000 Besuchern geteilt durch 4 x 60% bist du bei max 30.000 am Tag“, schreibt das Social-Media-Team des Verlags auf Facebook.


Gibt es auch wieder digitale Messeangebote?

Digital unterstützt wird die Präsentmesse in diesem Jahr mit der Messeplattform SPIEL.digital, die voriges Jahr knapp 150.000 individuelle Besucher:innen auf die Webseiten lockte, wie der Merz-Verlag schreibt.


Unsere Meinung zu all dem interessiert euch auch?

Eine echte SPIEL kann nur live und vor Ort stattfinden. In einer Halle, mit Spieltischen (Messespaß vor Corona: Unsere Impressionen der SPIEL 19), neuen Spielen, Erklärbären und dem Kontakt zu Verlagen und Mitspielern. Punkt. Vergangenes Jahr hatte der Merz-Verlag aus der Not eine Tugend gemacht und in Rekordzeit eine komplette digitale Variante der Messe auf die Beine gestellt. Respekt dafür, doch unser Besuch auf Spiel.digital fühlte sich inhaltlich konfus und emotional leer an. Von daher sind wir froh, dass es in diesem Jahr wieder in Präsenz möglich ist.

Oder doch nicht? Oder nur unter Bedingungen, die man als Besucher:in – sagen wir mal – schwierig findet? Wie weit gehen die Infektionszahlen in den kommenden Wochen nach oben? Was ist dann mit Veranstaltungen? Werden sich die Regeln weiter verschärfen? Dominique Metzler vom Merz-Verlag räumte im Funke-Interview bereits ein, dass sie „diese Fragen momentan eher schlecht schlafen lassen“. Eine erneute Absage wäre wohl katastrophal für den Bonner Verlag. Schließlich steckt schon viel Geld und noch mehr Arbeit in der Vorbereitung für die SPIEL 21.

Wir drücken die Daumen, dass alles klappt. Bis dahin bleibt den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als weiter nach den derzeit geltenden Corona-Vorschriften zu planen.

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