Mon – Emblems from Sengoku

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Mon ist ein taktisches Kartenlegespiel aus Japan, das Mundi Games nun auf Deutsch lokalisiert hat. Wir haben das Spiel für zwei bis sechs Personen getestet.

Mon – Emblems from Sengoku

So spielt man Mon:

Im Deck befinden sich 54 Karten (Zahlenwerte 1 bis 18 in den drei Farben Gold, Silber und Schwarz), die zunächst gut gemischt werden. Im Spiel zu Dritt erhält jeder zehn Handkarten sowie die Punktechips einer Spielerfarbe. Auf dem Tisch legen wir noch die drei Startkarten mit dem Wert 0 vertikal zueinander aus – und dann kann es losgehen.

Abwechselnd spielt jeder Mitspieler eine Karte aus und legt sie farblich passend an eine der drei Reihen an, die sich horizontal bilden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Ich spiele eine Karte, die einen höheren Zahlenwert hat als die bereits ausliegende ganz rechts in derselben Reihe. Zum Beispiel lege ich eine schwarze 4 neben die schwarze 1. Anschließend platziere ich einen Punktechip meiner Farbe auf der schwarzen 4 (dort ist ein runder Punkt abgebildet, also erhalte ich einen Siegpunkt).
  • Falls das oben beschriebene Beispiel bereits ausliegt und die nächste Spielerin am Zug ist, könnte sie auch eine schwarze 2 oder 3 ausspielen und die schwarze 4 damit überbauen. Diese Option als Rückschritt ist möglich, falls der Kartenwert kleiner ist als die letze ausliegende Karte und größer als die vorletzte. Die Spielerin entfernt dann meinen Punktechip und erhält zwei Punkte (einen für ihre gelegte 3 und einen für jede überbaute Karte).
Mit der gelben 2 die 4 überbauen: Das geht, weil die 2 größer ist als die Karte links daneben (die gelbe 1).

Karten mit eigenem Punktchip darauf darf man nicht überbauen. Nach dem Auslegen einer Handkarte zieht man übrigens keine Karte nach! Das Spiel endet, sobald einer der Mitspielenden keine Karten mehr besitzt.

Wer nichts anlegen kann oder will, darf als Spielzug auch eine Karte auf den Ablagestapel werfen und eine Karte vom Nachziehstapel nehmen. Oder nur eine Karte abwerfen und keine neue mehr nachnehmen.


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Fazit und Wertung

Wir sind immer dankbar für frische Ideen, wenn es um Kartenspiele geht. Autor Osami Okano, der für Mundi Games bereits das gelungene Silk Road Adventures entwickelt hat, überrascht hier mit einer interessanten Mechanik. Leider geht die gute Idee nur teilweise auf. Aber der Reihe nach.

Mon – Emblems from Sengoku hat simple Regeln und ist optisch wirklich gelungen. Die knapp 60 Karten atmen den Geist der japanischen Geschichte im 16. Jahrhundert. Es ist die Zeit der streitenden Reiche, und drei Persönlichkeiten versuchen, dem Chaos ein Ende zu bereiten und den Frieden zu sichern. Die Embleme dieser drei Helden hat das Grafikteam sehr stilvoll in Szene gesetzt.


Mon – auf einen Blick

Osami Okano | Mundi Games | 2021 | ab 8 Jahren | 2 – 6 Personen | bis 15 Minuten

Mon ist ein kleines Kartenspiel aus Fernost, das einen interessanten Legemechanismus vorstellt. Die taktischen Möglichkeiten funktionieren aber nur, wenn man entsprechende Handkarten zugeteilt bekommt.


Eine Partie ist flott gespielt: Wir legen aufsteigend Karten aus und platzieren Punktechips – oder wir entfernen die Punkte unserer Gegner, wenn wir an passender Stelle Karten überbauen können. Hier liegt das taktische Potenzial von Mon, weil wir jederzeit abschätzen müssen, welche Handkarte in welcher Reihe am meisten Sinn macht.

Weit vorausplanen können wir unsere Züge jedoch nicht. Zu abhängig sind die Spielmöglichkeiten vom Blatt, das wir zu Beginn zugeteilt bekommen. Wer hier Pech hat und von einer Farbe keine Karten erhält (oder nur sehr hohe Werte), empfindet schnell das frustrierte Gefühl, gar nicht in der Partie zu sein. Auch das Abwerfen und Nachziehen von Karten bringt nur langsam – wenn überhaupt – eine Verbesserung der Lage. Ruckzuck ist das Spiel vorbei, bevor man die Chance hatte, eigene Punktechips auf Karten zu hinterlassen.

In Mon hätte mehr Potenzial gesteckt. Es müsste einfach weitere Möglichkeiten geben, entweder die eigene Starthand zu korrigieren oder das Geschehen auf dem Tisch stärker zu beeinflussen.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

 

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