Armonia

★★★★★★★☆☆

„Armonia“ ist ein familientaugliches Würfelspiel für bis zu vier Spielende. Alle versuchen, ihre Holzscheiben durch Würfelergebnisse (z.B. Zweier-, Dreier-, Viererpasche) auf dem Spielfeld voranzubringen – vom Startfeld über Wege bis zu den Zielbereichen, wo jeweils zwei besondere Aufgaben warten.

Armonia von Skellig Games: Fans von Knobelspielen dürfen gern zugreifen.

Dass die Spielenden laut Anleitung „die besten und wohlklingendsten Töne und Melodien finden, um sie später in den Tempelanlagen in den Bergen in die Klangscheiben zu schmieden, damit sie ihren wahren Zauber entfalten können“, wirkt aufgesetzt. Die thematische Einbettung (…ein „Spiel aus dem Sagani-Universum“) lenkt ab von dem, was Armonia (Skellig Games) eigentlich ist. Das gefällige Würfelspiel entpuppt sich als entfernter Verwandter von Kniffel, und beim Lösen der Tempelaufgaben legen die Spieler:innen tetrisartige Polyominos mit ihren Würfeln nach, um ins Ziel zu gelangen.

Armonia: Der Spielablauf

Wer an der Reihe ist, würfelt mit sieben Würfeln und darf das Ergebnis durch zwei weitere Würfe optimieren. Anschließend legt man seine Würfel nach Augenzahl sortiert auf ein gerastertes Würfeltableau. Von Vorteil sind Zweier-, Dreier- und Viererpasche. Sie erlauben es, eine oder mehrere eigene Holzscheiben auf dem Spielfeld nach vorn zu rücken. Das Spielfeld ist in sechs Bereiche aufgeteilt (für jede mögliche Würfelziffer einer), die den Weg durch die Wildnis bis zur Tempelanlage zeigen.

Ein Beispiel: Ich würfele zwei Dreien und drei Fünfen, somit darf ich meine Holzscheibe im dritten Bereich vorrücken sowie die Scheibe im fünften Bereich. In der nächsten Runde benötige ich nochmal zwei Dreien bzw. nur noch eine Fünf, um mit beiden bis zur Tempelanlage zu gelangen. Jeder Viererpasch erledigt den gesamten Weg übrigens in einem Rutsch.

Sobald man es bis zum Tempel geschafft hat, deckt man das erste der beiden Plättchen auf, die daneben liegen. Darauf befindet sich eine Aufgabe, die in Form von kleinen Quadern dargestellt ist. Quader, die waagrecht nebeneinander liegen, bedeuten unterschiedliche Augenzahlen in aufsteigender, direkter Folge. Quader, die senkrecht nebeneinander liegen, bedeuten Würfel mit gleicher Augenzahl.


Armonia – auf einen Blick

Uwe Rosenberg | Skellig Games | 2021 | 1 – 4 Spieler | ab 8 Jahren | 30 Minuten

Solides Würfelvergnügen von Starautor Uwe Rosenberg, bei dem wir Pasche oder aufsteigende Reihen würfeln und mit den Sechsseitern bestimmte Polyominos „nachbauen“.


Erfüllt ist die Aufgabe, wenn man in dieser oder einer späteren Runde die Quader-Figur mit dem eigenen Würfelwurf nachstellen kann. Zur Orientierung eignet sich das Ablagetableau für die Würfel sehr gut. Man sieht schnell, ob die geometrische Figur auf dem Plättchen zum eigenen Wurf passt oder nicht. Falls nicht, versucht man es im nächsten Durchgang nochmal. Wieder darf man bis zu dreimal würfeln. Nun kann man zocken und nach dem ersten Wurf überlegen, ob man durch reine Pasche weitere Holzscheiben Richtung Tempeleingang bewegt oder auf die geforderte Aufgabe im Tempel zockt.

Alle Spieler:innen müssen dieselben Aufgaben lösen. Wer ein Aufgabenplättchen als Erstes schafft, dreht das zweite Plättchen daneben um. Ist diese Aufgabe (zufälligerweise im gleichen Zug oder auch später) erfüllt, stellt man seine Holzscheibe daneben und hat ein Viertel des Spielziels erfüllt. Denn: Sobald eine:r die vierte Holzscheibe ins Ziel bringt, endet das Spiel.

Armonia: Bewertung und Fazit

Armonia ist letztlich ein abstraktes Würfelspiel: Unsere Aufgabe ist es, viele Pasche zu würfeln, um die sechs eigenen Spielsteine voranzubringen und anschließend die geforderten Kombinationen aus gleichen und aufsteigenden Würfelaugen zu legen. Das ist die Art von Push your luck, die wir schon seit Jahrzehnten bei Kniffel und Co. mögen – oder eben nicht.

Fans von Knobelspielen dürfen gern zugreifen. Und sie benötigen auch kein bemühtes Storytelling über die Kinder der Natur und die kleine Heldengruppe aus Gnomen und Yetis, die sie begleiten. Würfeln, gucken, taktieren, zocken, nochmal würfeln, freuen oder ärgern: Darum geht’s und wichtig ist, ob die Aufgaben gut ausbalanciert sind und ob die Anzahl der Würfel und die erlaubten Würfe stimmig sind.

Hier gibt es nichts zu meckern. Starautor Uwe Rosenberg, der sonst meist im gehobenen Familienspiel- oder gar Kennerspielbereich unterwegs ist und mit Titeln wie Agricola, Arler Erde oder Hallertau komplexe Hits geschaffen hat, liefert ein einfaches und solides Würfelspiel für Groß und Klein ab. Schon Siebenjährige können gut mitspielen, und wer das Spiel fünf Minuten lang gezeigt bekommt, ist schnell drin.

Armonia ist laut Spielschachtel für einen bis vier Spieler ausgelegt. Einen echten Solomodus haben wir in der Anleitung nicht gefunden; er dürfte aber ähnlich träge ausfallen wie allein gegen sich selbst zu kniffeln. Und zu viert dauert das Spiel mitunter länger als 30 Minuten, was die Downtime merklich anhebt. Idealerweise – und dann wirklich mit Freude – spielen zwei bis drei Personen gegeneinander und schmieden ihre Klangscheiben in den Tempelanlagen der… Ihr wisst schon.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

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