Blaze

★★★★★☆☆☆☆☆

Blaze (Heidelbär Games) ist ein Ableger des russischen Spiels Durak. Mit einer Reihe an neuen Regeln kommt hier aber ein Stichspiel auf den Tisch, das nur noch entfernt an den traditionellen Kartenspaß (dt: „Dummkopf“) erinnert. Wir haben Blaze getestet und verglichen.

Blaze

Blaze gehört zur kleinen Heidelbär-Reihe mit glitzernder Verpackung wie bei Spicey, Anansi und Coyote und ist als Metallic Sonderdruck sehr schön anzusehen. Drei bis fünf Spieler:innen treten gegeneinander an. Das Set besteht aus jeweils zwei Kartensets von 1 bis 9 in den Farben rot, gelb und blau sowie zwei Feuervögel in den drei Farben. Die Feuervögel haben keine Zahl aufgedruckt, da sie entweder eine Null oder eine Zehn sein können. Alle Spielenden erhalten fünf Handkarten. Die restlichen Karten werden gleichmäßig in zwei Teile aufgeteilt.

So spielt man Blaze:

Das Spiel besteht aus zwei Phasen: Einer der beiden Kartenstapeln wird für Phase B zur Seite gelegt, der andere bleibt für die Phase A in der Tischmitte. Die oberste Karte wird aufgedeckt und quer unter den Stapel geschoben. Diese Farbe ist für die erste Phase Trumpf. Nun spielt man im Uhrzeigersinn: Der aktive Spieler fordert die linke Nachbarin heraus. Diese muss nun versuchen, alle Karten abzuwehren/abzulehnen.

Wie funktioniert das?

Die aktive Person spielt eine ihrer fünf Handkarten offen vor die linke Nachbarin aus. Dafür nutzt sie im besten Fall kleine Zahlen: z.B. eine Zwei in Blau. Die herausgeforderte Person kann die Karte mit einer ebenso großen Zahl (oder höher) in dieser Farbe oder der Trumpffarbe abwehren. Da es jede Karte zweimal gibt, könnte sie also mit einer ebensolchen Zwei in Blau diese Karte ablehnen. Dann dürfte die Herausforderin weitere Karten ablegen, die die gleiche Ziffer haben, die schon auf dem Tisch liegen. Hätte sie noch eine Zwei, so dürfte sie die auch legen. Wird diese Karte dann mit einer Drei abgelehnt, dürfte die aktive Person auch eine weiter Karte abwerfen mit einer Drei. Die Trumpffarbe lehnt dabei alle Karten in anderen Farben ab, egal welche Ziffer sie hat.

Bis zu fünf Karten (also so viele, wie man Handkarten besitzt) darf man herausfordernd ablegen, falls sie die entsprechenden Ziffern besitzen. Kann die aktive Person keine Karte mehr legen, da sie keine Zweien oder Dreien mehr hat, darf sie die Person links von der Herausgeforderten um Hilfe bitten. Diese dürfte dann weitere Karten mit einer Zwei oder Drei legen. Würde eine dieser Karten mit einer anderen Ziffer abgelehnt werden, dürften fortan auch Karten mit dieser Ziffer gelegt werden.

Falls die herausgeforderte Person alle Karten ablehnen kann, kommen alle Karten, die nun auf dem Tisch liegen, aus dem Spiel (die Beteiligten ziehen auf fünf Handkarten nach). Nun wird sie selbst zum aktiven Spieler und fordert die linke Nachbarin heraus.

Oder: Falls sie auch nur eine Karte nicht ablehnen kann, muss sie alle ausliegenden Karten zu sich auf die Hand nehmen. Alle Spielerinnen ziehen wieder auf fünf Handkarten nach. Sie selbst darf nun keine aktive Spielerin werden. Die Person links von ihr wird aktive Spielerin und fordert wiederum im Uhrzeigersinn heraus.

Sobald beim Nachziehen der Kartenstapel aufgebraucht ist, kommt eine Wetteinsatzphase: Dafür hat jede Spielerin drei Wettkarten in ihrer eigenen Farbe vor sich liegen. Zwei davon zeigen eine Eins. Eine eine Null. Alle tippen nun auf die Person, von der sie glauben, dass sie zuletzt noch Karten auf der Hand haben wird. Dafür legen wir die Eins verdeckt vor den Spieler. Wenn wir auf uns selbst als „Durak“ tippen, dann legen wird die Null verdeckt vor jemand anderen aus. Diese Karten geben bei richtigem Tipp einen Punkt, wenn jemand fälschlicherweise auf jemanden gesetzt hat, so darf dieser die Punkte behalten.

Meistens tippen hier alle auf denjenigen, der zu diesem Zeitpunkt die meisten Karten hat. Was dieses Wetttippen leider nicht besonders attraktiv macht.


Brettspielelust-Newsletter abonnieren:

Ja, ich möchte den Newsletter (Beispiel ansehen) mit Brettspieletests, News und Interviews erhalten. Hinweise zum Widerruf und der Verarbeitung der Daten geben wir in unserer Datenschutzerklärung.


Dann wird weitergespielt, bis der erste von zwei Nachziehstapeln leer ist. Daraufhin gibt es vier Federkarten der Phase A, die Punkte geben, und zwar für jeden, der seine Karten am Ende dieser Phase los wird. Der Erste, der dies schafft, bekommt die meisten Punkte, die folgenden jeweils einen Punkt weniger. Nur der Letzte, der noch Karten auf der Hand hat, geht ohne Punkte leer aus.

Und nun geht das Ganze in Phase B und wir spielen das Spiel mit dem zweiten Nachziehstapel noch einmal mit einer neuen Trumpffarbe. Am Ende werden alle Federkarten und Wettkarten zusammengezählt und wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Einen Durak bzw. Dummkopf gibt es nicht.

Fazit und Wertung – Unterschiede von Durak und Blaze

Da ich als Kind des Öfteren Durak gespielt habe, kann ich hier einen Vergleich ziehen: Die zahlreichen Unterschiede von Blaze zu Durak (Durak wird mit einem normalen Skatspiel gespielt) wirken sich eher negativ auf den Spielfluss aus. Heraus kommt ein ganz eigensinniges Spiel, das leider nur ansatzweise an das heitere und schnelle Durak erinnert. Ein wichtiger Unterschied ist, dass es bei Durak einen Verlierer gibt: der, der zuletzt noch Karten auf der Hand hat. In Blaze wird die Person zum Gewinner, die die meisten Punkte sammeln konnte. Das alleine stellt schon den Sinn des Spiels auf den Kopf: den einen „Dummen“ zu finden, der es nicht schafft, seine Karten loszuwerden. Durak ist ein auf Schadenfreude ausgelegtes Spiel. Bei Blaze geht es nur um Siegpunkte, obgleich in den Wettphasen ja auf den Verlierer getippt werden soll. Das widerspricht sich.


Blaze – auf einen Blick

HeidelBÄR Games Team | HeidelBÄR Games | 2021 | ab 10 Jahren | 3 – 5 Personen | bis 20 Minuten

Blaze ist ein Ableger des traditionellen russischen Kartenspiels „Durak“. Mit eigenem Kartendesign und neuem Punkte-Mechanismus entstand ein eigensinniges Stichspiel.


Es kommt schnell das Gefühl auf, dass mit den Wettkarten und den Federkarten zu viel des Guten gewollt war. Das Spiel, das an sich schon zwei Phasen hat (erst die kleinen Karten loswerden und wenn der Nachziehstapel verbraucht ist, so schnell es geht die Handkarten loswerden), noch mal in Phase A und Phase B zu teilen, also das ganze Spiel zwei Mal zu spielen, ohne Änderungen im Spielverlauf, macht wenig Sinn und zieht die Spieldauer unnötig in die Länge. Während wir früher Durak einen ganzen Abend lang immer und immer wieder gespielt hatten – so hatte ich Mühe meine Mitspielerinnen davon zu überzeugen, eine weitere Runde Blaze zu spielen. Der Spielspaß blieb leider auf der Strecke. Schade, wo doch doch die Karten so schön glänzen.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

 

    Kommentar schreiben

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.*