Copenhagen Roll & Write

Roll-and-write-Spiele boomen. Gefühlt hat mittlerweile jeder Verlag die Knobelversion (s)eines bekannten Brettspiels im Angebot. Heute stellen wir euch Copenhagen Roll & Write aus dem Hause Queen Games vor, das wir von der SPIEL 19 mitgebracht haben.

Copenhagen Roll & Write Setup

Copenhagen Roll & Write: Der Spielablauf

Wieder ist es eure Aufgabe, Fassaden neuer Gebäude im Kopenhagener Stadtteil Nyhavn zu gestalten. Ihr würfelt dazu mit fünf farbigen Würfeln, wählt passende Formen vom Fassadenblock in der Tischmitte aus und zeichnet sie in eure Gebäude ein. Dadurch errichtet ihr nach und nach vollständige Reihen und Spalten im Gebäude und bekommt Punkte. Durch das Freischalten von Boni und Fähigkeiten auf euren Spielzetteln habt ihr die Möglichkeit, Vorteile beim Einbau oder der Punktevergabe zu erhalten.


Copenhagen Roll & Write – auf einen Blick

Queen Games | 2019 | 2 bis 4 Spieler | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten

Die Umsetzung zum Würfeln, Ankreuzen und Einzeichnen hat sogar etwas mehr Tiefe als das große Brettspiel.

Spiel kaufen* bei: Amazon


Ein Spielzug besteht aus drei Phasen:

  • Der aktive Spieler würfelt und wählt eine Fassadenform aus.
  • Er zeichnet die Fassade auf seinem Gebäudezettel ein.
  • Die anderen Spieler kreuzen ein Feld auf ihrer Fähigkeitsleiste an.
Phase 1: Würfeln und Fassade wählen.

Der aktive Spieler hat beispielsweise drei blaue, einen roten und einen gelben Würfel gewürfelt. Er wählt deshalb die blaue Drei-Teile-Fassade vom gemeinsamen Block aus. Achtung, die Zweier- und Dreier-Fassaden dürfen immer wieder genutzt werden. Die größeren Fassaden hingegen streicht ihr nach der ersten Nutzung durch. Sie sind nun für die anderen Spieler gesperrt.

Weiße Würfel gelten als Joker: Drei blaue und zwei weiße Würfel ergäben zum Beispiel fünf blaue.

Einzeichnen der Fassadenteile.

Beim Einbau der Fassade solltet ihr darauf achten, die tetrisartige Form so passend wie möglich einzuzeichnen. Vorheriges Drehen ist erlaubt, aber die Form muss immer vollständig ins Bauraster passen. Jede Form müsst ihr in die unterste mögliche Reihe oder auf eine andere Form (von oben angrenzend) malen. Nachdem ihr die Umrandung der Form im Gebäude verzeichnet habt, markiert ihr in einem der Felder ein X und in allen anderen einen Kreis.

Wichtig wird dies für die Punktevergabe. Einen Punkt erhaltet ihr für jede komplett ausgefüllte Reihe, in der mindestens ein Feld mit einem X markiert ist. Zwei Punkte gibt es für eine Reihe, in der alle Felder mit einem Kreis markiert sind.

Kreuz auf der Fähigkeitsleiste machen.

Sobald der aktive Spieler fertig ist, haben die anderen Mitspieler noch die Chance, ein Kreuzchen auf ihrem Fähigkeitenzettel zu machen. Für ein Kreuz in der entsprechenden Farbleiste kommen alle Würfel in Frage, die der aktive Spieler nicht genutzt hat. Kreuze in den Leisten müssen immer von links nach rechts eingetragen werden.

Zusatzaktionen freischalten

Immer wenn ihr ein Feld erreicht habt, unter dem ein Stern ist, könnt ihr während eurer aktiven Spielphase folgende Aktion durchführen:

  • rote Leiste: Ihr dürft erneut würfeln.
  • blaue Leiste: Ihr dürft ein bereits durchgestrichenes Fassadenteil erneut nutzen.
  • lila Leiste: Ihr dürft ein noch unmarkiertes Feld in eurem Gebäude mit einem X markieren.
  • grüne Leiste: Ihr wählt eine beliebige Anzahl Würfel, die die gleiche Farbe zeigen und dreht diese auf eine Farbseite eurer Wahl.
  • gelbe Leiste: Ihr dürft in jedes Feld eurer gerade eingezeichneten Fassadenform einen Kreis einzeichnen.
Ausgefüllte Bonusleisten bei Copenhagen Rol & Write.

Immer wenn ihr ein Feld erreicht habt, unter dem ein Kreuz ist, könnt ihr während eurer aktiven Spielphase folgende Aktion durchführen: Der aktive Spieler streicht einen Bonus durch. Er erhöht sein Würfelergebnis um einen Würfel in der Bonusfarbe. Dadurch kann er eine Fassadenform mit einem zusätzlichen Feld wählen.

Copenhagen Roll & Write: Das Spielende

Das Spiel endet nach der Runde, in der ein oder mehrere Spieler 12 Punkte erreichen oder überschreiten. Nach der Runde vergleichen die Spieler ihre Punkte. Wer nun die meisten Punkte hat, gewinnt.

Die Punkteleiste

Meinung und Fazit

Anzeige*

Roll-and-write-Spiele lohnen sich immer dann, wenn der Zugang zum Spiel einfach, die Downtime kurz und taktische Raffinesse möglich ist. Falls sie auf ein Brettspiel zurückgehen, sollten sie in entscheidenden Punkten überraschend anders und erfrischend neu sein. Varianz statt x-beliebiger Aufguss ist für uns das oberste Gebot.

Ich schicke diese Worte vorweg, weil wir gegenüber Copenhagen Roll & Write zunächst skeptisch waren. Das Original Copenhagen ist erst wenige Monate auf dem Markt – und schon bringt Queen Games die Würfelvariante per Kickstarter-Kampagne heraus? Braucht man überhaupt beide Spiele? Für wen lohnt sich die „kleine” Version?

Etwas mehr Tiefe als das große Brettspiel

Das Autorenduo Asger Harding Granerud (Interview) und Daniel Skjold Pederson hat mit Copenhagen Roll & Write viel richtig gemacht. Ihre Umsetzung zum Würfeln, Ankreuzen und Einzeichnen besitzt sogar etwas mehr Tiefe als das große Brettspiel.

Das liegt vor allem an der besser genutzten Passivphase, in der man durch geschicktes Ankreuzen seine nächsten Züge ein wenig vorbereiten kann. Jeder Spieler hat so durchgängig zu tun, die Wartezeit verringert sich gegenüber Copenhagen deutlich. Der Glücksfaktor ist durch den Einsatz von Würfeln natürlich höher als beim Sammeln von farbigen Handkarten. Das muss man mögen, aber meiner Meinung nach bohrt das Würfeln und Malen den eher gemächlichen Spielverlauf von Copenhagen deutlich auf.

Insgesamt bleiben Copenhagen und sein Würfelableger bei den Mechaniken und Wertungen sehr eng beieinander. Das führt unweigerlich zur Frage, ob man beide Spiele im eigenen Regal benötigt. Wer ein vom Aufbau her kleines Spiel mag, gerne würfelt und auf ein paar taktische Kniffe Wert legt, wird eher auf Copenhagen Roll & Write zurückgreifen. Die Altersangabe ab 8 Jahren macht hier auf jeden Fall Sinn. Gemütliche Familienspieler mit Platz und Lust auf eine entspannte Brettspielrunde nehmen besser das große Copenhagen.

Beides kaufen? Eher nicht.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.*

Brettspielelust auf Facebook folgen: