Inseln toppen

★★★★★★★☆☆

Inseln toppen: Mit der Karte Galápagos-Inseln wetten wir am besten auf die niedrigste Bevölkerungsdichte, um diesen Stich zu gewinnen.

„Inseln toppen“ von Matthias Jünemann ist ein Stichspiel für 2 bis 5 Spielende rund um die Inseln dieser Welt. Auf jeder der 128 Inselkarten ist eine Insel mit Namen und geografischen Daten abgebildet. Außerdem erfährt man, in welchem Meer die Insel liegt und wie der Hauptort und -berg heißt. Wichtig für den Stich sind allerdings die Kategorien darunter, unterteilt nach: Fläche, höchste Erhebung, Temperatur, Niederschlag, Einwohner und Bevölkerungsdichte. Jede Karte zeigt eine Zahl zu jeder Kategorie an (wie bei den Top-Trumps-Karten). Die Kategorien haben alle ein Symbol, die auch auf einem Faltstreifen abgedruckt sind, die jede Spielerin vor sich liegen hat.

Inseln toppen: Der Spielablauf

Du sortierst im Laufe jeder Runde deine 12 Handkarten oberhalb und unterhalb des Faltstreifens ein – und zwar verdeckt. Das machen alle gleichzeitig. Je nach Spieleranzahl gibt es zwei bis vier Blindkarten, auf denen keine Inseln zu sehen sind, die man aber verdeckt wie alle anderen Karten auch rund um den Faltstreifen verteilt. Mit Blindkarten kann man keinen Stich gewinnen, der Stichsieger darf aber auch keine Blindkarten behalten.

Wenn deine Karte unterhalb des Faltstreifens liegt, so versuchst du in dieser Kategorie den kleinsten Stich zu erhalten: Zum Beispiel hat die Insel Djerba eine Fläche von 10 Quadratkilometern. Das ist relativ klein, so dass du diese Karte unter die Kategorie „Fläche“ legst.

Ellesmere Island ist eine kanadische Insel, die eine Bevölkerungsdichte von 0,001 Einwohnern pro Quadratkilometer besitzt. Also legst du sie unter die Kategorie Bevölkerungsdichte, weil du glaubst, dass du damit den kleinsten Stich gewinnen wirst. Du hältst außerdem die Insel Jamaika auf deiner Hand und entscheidest dich, sie in die Kategorie Einwohner nach oben zu legen, da du hoffst, mit 2.900.000 Einwohnern den Stich mit den meisten Einwohnern zu erhalten.


Inseln toppen – auf einen Blick

Matthias Jünemann | Drei Hasen in der Abendsonne | 2021 | 2-5 Spieler | ab 8 Jahren | 30-40 Minuten

Bei Inseln toppen musst du richtig einzuschätzen, welche Angaben auf deinen Inselkarten die höchsten oder niedrigsten sind – nur dann gewinnst du die Karten der anderen und am Ende das ganze Spiel.


Das Ziel ist es also, durch kluges Anlegen deiner Karten die meisten Stiche zu erhalten. Doch Stiche alleine reichen noch nicht zum Sieg. Du musst sie möglichst günstig anlegen, um dafür Punkte zu bekommen. Das geht wie folgt: Wenn du mit zwei anderen spielst und den Stich gewinnst – also deine Karte entweder die höchste oder kleinste Zahl zeigt – dann musst du deine Karte, so wie die beiden Karten der anderen zu dir nehmen und sie auf dem Tisch vor dir auslegen: Dafür muss mindestens eine von ihnen auf deinen persönlichen verdeckten Ablagestapel wandern. Hier ergibt jede Karte am Spielende einen Punkt. Und mindestens eine Karte musst du auf deinen offenen Auslagestapel legen und zwar sortiert nach den Meeren, die in zehn Bereiche eingeteilt sind (Atlantik, Indischer Ozean, Südpolarmeer etc.): Diese Karten sind bis zum Spielende ungewisse Punkte, denn du erhältst am Schluss nur pro Karte einen Punkt, wenn du in dem Meer, die meisten Karten von allen ausliegen hast. Wobei jedes der zehn Meere einzeln gewertet wird.

Bei zwei Spielern spielt man 6 Runden, bei drei und vier Spielern 4 Runden und bei fünf Spielern 3 Runden. Erst jetzt werden die Punkte gezählt. Bei Gleichstand in einem Meer bekommen die Spieler:innen geteilte Punkte. Wer die meisten Gesamtpunkte (aus verdecktem Stapel und offener Auslage) hat, gewinnt.

Inseln toppen: Bewertung und Fazit

Inseln toppen! ist ein interessantes Stichspiel, das durch den Mehrwert der Informationen auf den Inselkarten auch noch Wissen aneignen kann. Dabei ist es gar nicht so einfach zu entscheiden, welche Karte du in welche Kategorie legst, um den Stich zu gewinnen. So ist ein Blick auf die Auslagen der Mitspieler:innen manchmal Gold wert.

Die Blindkarten sind ein guter Kniff, um Kategorien aus dem Weg zu gehen, für die man keine geeigneten Karten auf der Hand hat. Die Punktevergabe ist clever gemacht, so dass du deinen Mitspieler:innen auch Punkte klauen kannst, indem du versuchst, die meisten Karten in einem bestimmten Meer auszulegen: Wenn du im letzten Moment deine achte Mittelmeerkarte anlegst, und deine Mitspieler:in bisher mit sieben, die meisten Karten hatte, geht sie am Ende leer aus und erhält null Punkte, trotz der sieben Karten. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann lege deine zusätzlichen Karten auf den Ablagestapel, das sind sichere Punkte, wenn du aber zu wenige Mehrheiten in den Weltmeeren hast, ist es schwer das Spiel zu gewinnen.

Etwas Platz auf dem Tisch benötigt man schon

Also gar nicht so einfach, wie es früher mit Top-Trumps-Karten war, die Stiche auch als Punkte zu sichern. Zusätzlicher Kniff: Du kannst deinen Mitspielern auch Karten aus der Ablage klauen, aber nur wenn du selbst bei Stichgewinn eine Karte in deine Auslage legst, die eine Staatsgrenze besitzt, wie bspw. die indonesischen Inseln Timor oder Sebatik. Viele Inseln mit Staatsgrenzen gibt es nicht – sie sind also ein Joker im Spiel!

Außerdem braucht ihr, um Inseln toppen! zu spielen, einen ausreichend großen Tisch, da die zwölf Karten sowie die offene Auslage und der verdeckte Ablagestapel viel Platz einnehmen.

Wenn man auf Reisen ist und wenig Platz hat, kannst du das Spiel auch als einfaches Insel-Quartett spielen, ohne Kartenauslage. Andernfalls ist aber gerade die Auslage am Tisch so interessant an dem Spiel.

Der Verlag Drei Hasen in der Abendsonne hat hiermit nach „Länder toppen!“ (wo es um Länder geht und nicht um Inseln) ein ansprechendes und vielseitiges Stichspiel herausgebracht, das bei uns noch öfter auf den Spieletisch kommen wird.


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.


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