
Ein längst vergessener Tempel, rätselhafte Hieroglyphen und ein erhöhter 3D-Spielplan – Block and Key lädt Spielerinnen und Spieler ein, sich in die Rolle ehrgeiziger Archäologen zu begeben. Ziel ist es, aus der eigenen Perspektive bestimmte Blockmuster zu erkennen und mithilfe räumlicher Logik möglichst viele Auftragskarten – sogenannte Schlüssel – zu erfüllen.
Im Zentrum steht ein dreidimensionales Spielfeld: ein aufgesetzter Kartonrahmen, auf dem bunte Blöcke platziert werden. Dabei sitzt jede Person auf einer der vier Seiten des Tempels und hat ihre ganz eigene Sicht auf das entstehende Konstrukt. Das ist entscheidend, denn die eigenen Zielkarten zeigen Blockmuster, wie sie nur aus der jeweiligen Sitzposition zu erkennen sind – räumliches Denken ist gefragt. Und ein möglichst kompakter, quadratischer Spieltisch, damit alle Personen nah am Brett sitzen und in bester Perspektive aus das Spielgeschehen blicken!
In jedem Zug bei Block and Key stehen zwei Optionen zur Wahl: Entweder man zieht drei neue Blöcke aus einer Reihe oder Spalte des Auslagebereichs oder man platziert einen der eigenen Blöcke auf dem Tempelboden. Diese werden gemäß bestimmter Bauvorgaben gesetzt – nur gerade Brücken sind erlaubt, Lücken dürfen nicht entstehen, es gelten Höhengrenzen und Verbindungsvorgaben. Sobald ein Muster aus der eigenen Perspektive mit einem Ziel übereinstimmt, darf man die entsprechende Karte erfüllen. So können geschickt gesetzte Steine gleich mehrere Schlüssel auf einmal „entsperren“. Die Herausforderung besteht darin, mit begrenztem Material und einer sich ständig verändernden Architektur effizient zu planen – und gleichzeitig den Mitspielenden zuvorzukommen.
Die Interaktion ergibt sich nicht nur durch die Konkurrenz um Platz und Perspektiven, sondern auch durch die Möglichkeit, anderen aktiv in die Quere zu bauen. Zwar sieht man nicht direkt, was die anderen planen, doch mit Erfahrung lassen sich bestimmte Muster und Absichten durchaus erahnen – und gezielt stören. Auch der Zeitpunkt der Blockplatzierung kann taktisch genutzt werden, etwa um in einer späteren Runde mehrere Karten auf einmal einzulösen.
Das Spiel endet, sobald jemand acht Zielkarten erfüllt hat. Danach wird abgerechnet – Punkte gibt es je nach Schwierigkeit der erfüllten Aufgaben. Zusätzlich gibt es eine Solovariante mit Wertungstabellen, die den Ehrgeiz wecken, sich vom Trainee zum „Expert Archaeologist“ hochzuarbeiten.
Block and Key überzeugt mit einer außergewöhnlichen Tischpräsenz, die mehr ist als nur Show: Die 3D-Struktur ist integraler Bestandteil des Spiels und sorgt für ein verblüffendes Spielerlebnis. Obwohl es sich auf wenige Grundregeln stützt, entfaltet es eine erstaunliche Spieltiefe, da jede Entscheidung eine Reihe an Konsequenzen mit sich bringt – nicht nur für das eigene Spiel, sondern für alle Beteiligten.

Allerdings ist die Farbgebung nicht ganz unproblematisch: Die Unterschiede zwischen den Blockfarben auf dem Spielfeld und jenen auf den Auftragskarten sind teils so gering, dass gerade bei gedämpftem Licht oder für farbschwächere Augen die Zuordnung erschwert wird. Hier wäre ein höherer Kontrast oder ergänzende Symbole hilfreich gewesen.
Wenn du gerne räumlich denkst und gleichzeitig andere ein bisschen ausmanövrieren möchtest, bist du hier genau richtig. Wer Project L oder Ubongo 3D schätzt, könnte auch an Block and Key Gefallen finden – wobei der Fokus hier deutlich stärker auf Perspektive und Blockplatzierung in einem gemeinsamen Raum liegt.
Block and Key: Auf einen Blick

Block & Key ist ein cleveres Perspektiv-Puzzlespiel mit starkem 3D-Effekt, bei dem lediglich die schwache Farbkontrastierung zwischen Karten und Steinen etwas stört.
Autor: David Van Drunen | Inside Up Games, Skellig Games | 2022 | 1 bis 4 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).



