Wir lieben Rennspiele. Und wir lieben Schnippspiele. Was liegt näher, als sich (endlich) mit einem Klassiker dieses Genres zu beschäftigen? PitchCar vom französischen Verlag Ferti hat bereits 30 Jahre auf dem Buckel und konnte sich seitdem eine treue Fangemeinde erspielen. Neben der großen Version gibt es auch eine platzsparende Variante: PitchCar Mini (2003). Die haben wir genauer unter die Lupe genommen.

Das Grundprinzip von PitchCar ist simpel: Jeder von euch steuert ein kleines Auto in Form einer farbigen Holzscheibe, das per Fingerschnipp über eine modulare Rennstrecke bewegt wird. Wer zuerst drei Runden geschafft hat, gewinnt. Vor dem eigentlichen Rennen führt ihr zunächst eine Qualifikationsrunde durch, bei der jeder einzeln eine Runde absolviert und dabei die Anzahl der benötigten Bewegungen zählt. Je weniger, desto weiter vorn darf man ins Rennen starten.
Diese Zugreihenfolge bleibt dann während des gesamten Rennens bestehen.
Schnipsen ist die zentrale Mechanik bei PitchCar – mit einer kurzen, kontrollierten Fingerbewegung gegen die eigene Holzscheibe wird diese in Bewegung gesetzt. Wichtig: Der Finger darf nur von oben gegen die Seite der Scheibe schnippen – kein Schieben oder Schubsen mit mehreren Fingern! Landet das eigene Auto außerhalb der Strecke oder fällt vom Rand, muss es auf seine vorherige Position zurückgesetzt werden – und der Zug ist vorbei. Gleiches gilt, wenn man ein anderes Auto von der Bahn schnippt. Dann kehren beide Fahrzeuge an den ursprünglichen Ort zurück. Vorsicht und Zielgenauigkeit sind also entscheidend!
- Sprache Spielanleitung: DE; EN; FR; IT
- Spieldauer: ca. 30 Minuten
- Autor: Jean du Poel
- Erweiterung nur zusammen mit dem Basisspiel verwendbar.
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Eine zusätzliche taktische Ebene bringt das Streckendesign: Banden gibt es meist nur auf einer Seite der Fahrbahn. Wer sie geschickt nutzt, kann ordentlich Tempo machen oder sich eine bessere Ausgangsposition verschaffen. Gleichzeitig erhöht sich dabei das Risiko, das eigene Fahrzeug aus der Bahn zu schnippen.
Achtet zudem darauf, wie eure Holzscheibe landet: Auf der Oberseite befindet sich ein Rennwagen-Aufkleber – wer sich beim Schnipsen dreht und auf dem Dach liegen bleibt, hat einen Crash gebaut und muss eine Runde aussetzen. Außerdem ist es nicht erlaubt, durch Kunstschüsse oder Zufall mehr als zwei Streckensegmente zu überspringen. Wer sich nicht daran hält, wird ebenfalls zurückgesetzt.
Das klingt einfach, benötigt aber sprichwörtliches Fingerspitzengefühl: Mal wagt man ein riskantes Manöver, mal entscheidet man sich für eine vorsichtige Kurve. Gerade das Mini-Format macht die Strecken dabei besonders überschaubar und auch auf kleineren Tischen gut spielbar.

Ein System mit unendlichen Möglichkeiten
Besonders hervorzuheben ist der modulare Aufbau. Die Streckenteile lassen sich nach Wunsch zusammensetzen, was für Abwechslung sorgt. Richtig variabel wird es aber erst durch die Vielzahl von Erweiterungen, die sowohl für das große PitchCar als auch für die Mini-Version erschienen sind. Mehr Geraden und Kurven, Sprungschanzen, Kreuzungen, Loopings oder sogar Wippen gelangen so ins Spiel. Die Auswahl auf der Website des Herstellers Ferti Games ist beeindruckend. Schade, dass offenbar manche Zusatz-Packs inzwischen Raritäten oder vollständig vergriffen sind.
PitchCar Mini: Fazit und Wertung
PitchCar Mini ist ein zeitloses Geschicklichkeitsspiel, das sowohl Rennspielfans als auch Schnippfreunde begeistert. Die simple Grundidee entfaltet durch das hochwertige Material und die enorme Erweiterbarkeit einen langanhaltenden Spielreiz. Ob zu zweit oder in großer Runde mit bis zu acht Personen: Der Mini-Rennzirkus bringt Spannung, Lacher und einen gesunden Wettkampf an den Spieltisch. Besonders erfreulich: Der Einstieg gelingt ohne Hürden – die Regeln sind in zwei Minuten erklärt, und jeder kann sofort loslegen.
Die Ausstattung wirkt durchweg hochwertig: Die Strecke besteht aus dicken, sauber verarbeiteten Holzplatten, die mit Kunststoffbanden gesichert werden. Diese halten in der Regel gut, lassen sich bei Bedarf aber auch mit etwas Flüssigkleber dauerhaft fixieren. Wer das tut, sollte allerdings bedenken, dass sich die Teile dann nicht mehr platzsparend in der Originalschachtel verstauen lassen. Unser Tipp: Gleich eine größere Box besorgen, am besten eine stabile Papp- oder Holzkiste – denn mit den zahlreichen Erweiterungen wächst auch der Platzbedarf schnell.
Ein kleiner Kritikpunkt betrifft das Gameplay: Auch wenn die Streckenteile passgenau gefertigt sind, kann es vorkommen, dass sich kleine Kanten bilden. Diese können die Autos beim Schnipsen unerwartet springen lassen. Solche kritischen Stellen sollte man bereits in der Qualifikationsrunde identifizieren, um im Rennen vorbereitet zu sein und das Risiko geschickt zu umfahren.
Wir spielen jedes Rennen übrigens mit einer alternativen Regel, die in der Anleitung erwähnt ist: Dabei darf ich gegnerische Fahrzeuge von der Fahrbahn schubsen. In diesem Fall wird nicht mein eigenes Auto, sondern ausschließlich das hinausbeförderte Fahrzeug zurück auf meine(!) Ursprungsposition gesetzt – ein taktischer Vorteil, den man gezielt einsetzen kann. Schadenfreude inklusive!

PitchCar Mini – Fazit unserer Rezension

Wer Geschicklichkeit, Tempo und ein bisschen Chaos mag, findet mit PitchCar Mini einen echten Dauerbrenner für den Spieltisch. Das Schnippspiel überzeugt durch einfache Regeln und einen modularen Aufbau mit vielen Erweiterungen.
Autoren: Jean du Poël | Ferti | 2003 | 2-8 Personen | ab 8 Jahren | bis 30 Minuten
Pro
- Schnelle Regeln, sofort spielbar
- Kompakt und dennoch spannend
- Modular erweiterbar
- Sehr gute Materialqualität
Contra
- Manchmal Kantenbildung zwischen Streckenteilen
- Grundspiel allein hat nur begrenzte Variabilität
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).



