Gezanke auf der Planke

★★★★★★★★☆☆

Neues Kinderspiel aus dem Zoch Verlag: Auf einem Schiff versuchen wir, mit unseren Piraten so viele Goldmünzen wie möglich einzusammeln. Aber Vorsicht: Das Schiff schwankt, die Planken an Deck sind wackelig und bald landen die ersten Freibeuter bei den Haien im Wasser.

Gezanke auf der Planke: Piraten auf der Jagd nach Dublonen.

Aufwendig gestaltete Spiele in großen Boxen haben beim Zoch Verlag Tradition. Da sie vor allem Familien – gerne mit jüngeren Kindern – ansprechen, legen die Spiele Wert auf haptische Erfahrungen (Da ist der Wurm drin, Zicke Zacke Hühnerkacke). Oder sie präsentieren sich als dreidimensionale Welten, bei denen die Geschicklichkeit der Spielrunde gefragt ist (Spinderella, Villa Paletti).

Gezanke auf der Planke reiht sich nahtlos in das erfolgreiche Muster ein. Vor der ersten Partie bauen wir aus einem Dutzend Pappteilen ein stabiles Piratenschiff zusammen. Das sieht klasse aus und schaukelt ordentlich hin und her. Beim Auflegen der sechs Planken aufs Deck ahnt man schon, worin die Herausforderung des Spiels liegt: Die Planken lassen sich seitlich verschieben und werden irgendwann über Bord gehen, wenn wir nicht aufpassen.

Gezanke auf der Planke: Spielablauf

Jede Mitspielerin erhält drei Piraten. Reihum platzieren alle ihre Figuren auf freien Plätzen, von denen manche mit einer oder zwei Goldmünzen bestückt sind. Der Startspieler wirft beide Farbwürfel und wählt eine der Farben aus, um die Planke der entsprechenden Farbe zu verschieben. Er darf sich die Schieberichtung aussuchen und verrückt die Planke um so viele Felder, wie Piraten auf ihr stehen. Anschließend nutzt der Spieler die zweite Würfelfarbe, um einen seiner Piraten auf die Planke in dieser Farbe zu versetzen. Dabei darf man andere Piraten auf der Planke auch anrempeln und sie seitlich Richtung Schiffsmitte bewegen, um der eigenen Figur Platz zu verschaffen.


Gezanke auf der Planke – auf einen Blick

Bernhard Weber | Zoch Verlag | 2021 | 2 bis 4 Spieler | ab 6 Jahren

Goldmünzen sammeln, ohne dabei vom Schiff zu fallen: Gezanke auf der Planke ist ein gelungenes, haptisches 3D-Abenteuer für Kinder.


So geht es reihum weiter, bis irgendwann eine Planke samt darauf stehender Piraten Schlagseite bekommt. Diese Planke legen wir nun leer zurück aufs Schiffsdeck. Jede Spielerin hat zwei Möglichkeiten:

  • Sie sammelt Dublonen ein und bekommt für jeden eigenen Piraten so viele Dublonen, wie dort liegen, wo er steht: also eine 2-Dublonen-Karte, wenn er auf zwei Dublonen steht oder eine 1-Dublone-Karte, wenn er auf einer Dublone steht. Piraten, die nicht auf Dublonen stehen, gehen leer aus.
  • Oder sie holt Piraten zurück an Bord und stellt sie einzeln auf freie Felder an Deck. Dabei darf wieder gerempelt werden.

Sobald Figuren ins Wasser fallen, entfernen wir eine der sieben Haifischflossen, die um das Schiff herumschwimmen. Das Spiel endet, wenn die letzte Haifischflosse weg ist. Wer dann die meisten Goldstücke auf den Karten gesammelt hat, gewinnt.

Fazit und Wertung

Die Wirkung von Schwerkraft und Gleichgewicht vermittelt das Kinderspiel Gezanke auf der Planke auf spielerische Weise. Highlight ist das großartige Pappschiff, das nach dem Spieleabend aufgebaut Platz in der Box findet und nicht wieder demontiert werden muss. Auch die Holzfiguren sehen hochwertig aus und liegen gut in der hoffentlich ruhigen Hand. Die ist gefordert, wenn man seinen Piraten auf eine andere Planke versetzt. Weil die lukrativen Plätze mit den Goldstücken immer ganz außen liegen, ist die Versuchung groß, seinen Freibeuter direkt dort zu platzieren. Das Risiko, beim nächsten Spielzug über Bord zu gehen, muss man dabei eingehen.

Für Spielerinnen und Spieler ab sechs Jahren klappt das nach ein paar Testläufen prima und es gibt jedes Mal ein großes Hallo am Spieltisch, wenn Piraten Bekanntschaft mit den Haien im Wasser machen. Gezanke auf der Planke bietet eine gelungene Mischung aus Geschicklichkeit, Taktik und etwas Glück beim Würfeln. Ein schönes Abenteuer-Kinderspiel mit ein paar Abzügen in der B-Note, weil der Spielverlauf doch recht repetitiv bleibt. Das ist aber die Erwachsenensicht. Wie alle Eltern wissen, können Kinder ihre Lieblingsspiele immer und immer wieder von vorn beginnen…


Hinweis: Für diese Besprechung stand uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Verlags zur Verfügung. Auf den Inhalt unseres Tests hatte dies keinen Einfluss.

Auch interessant*

    Kommentar schreiben

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.*

    Kennst du schon unsere Social-Media-Kanäle?

    Brettspielelust gibt es auf:

    Instagram
    Twitter
    Facebook