
„Rumms – Schnipp die Krone“ ist zurück: Die Kosmos-Neuauflage steckt in einer großen Blechdose, die zunächst einmal schick aussieht und das Spielmaterial sicher verwahren soll. Besonders ins Auge fallen die gerollten Neoprenmatten, die nun mit überarbeiteten Landschaftsgrafiken aufwarten. Der Rest ist vertraut: Trolle, Raubritter, Spione, Eiswürfel oder Drachen grinsen nach wie vor von den großen hohlen Kunststoffwürfeln, als wären sie nie weg gewesen. Und tatsächlich – am grundlegenden Spielablauf hat sich seit 2013 nichts geändert.
Das Ziel ist simpel, der Weg dorthin umso turbulenter: Zwei Personen (oder Teams) schnippen sich mit ihren Würfeln über die Matte, um den gegnerischen König zu Fall zu bringen. Doch bevor der erste Finger ans Werk geht, wird aufgebaut – und genau hier beginnt schon der erste taktische Kniff. Jeder konstruiert seine Festung aus Würfeln im Geheimen. So bleibt bis zum ersten Schnipp unklar, wo sich welche Verteidigungslinien auftun – und diese Überraschung sorgt immer wieder für amüsante Aha-Momente, vor allem mit Kindern am Tisch.
„Rumms – Schnipp die Krone“ lebt von seiner Mischung aus Geschick, Glück und Slapstick. Natürlich fühlt es sich großartig an, wenn ein gezielter Fernschuss einen gegnerischen Würfel spektakulär von der Matte fegt. Aber fast noch besser sind die kleinen Katastrophen: wenn der eigene Würfel über das Ziel hinausschießt, in bizarren Winkeln abprallt oder auf dem gegnerischen Würfel landet. Das Spiel nimmt sich nicht zu ernst, und genau diese Lockerheit steckt an – am Tisch wird selten nur gelächelt, meistens herzlich gelacht.
Für die spielerische Würze sorgen die Spezialfähigkeiten der Figuren. Manche Würfel frieren gegnerische Einheiten ein, andere erlauben einen zusätzlichen Schnipp oder holen gefallene Würfel zurück ins Spiel. Manchmal ist es klüger, einen gefährlichen Spezialwürfel ins Aus zu befördern, statt sofort den König anzuvisieren.
Die Partien sind schnell gespielt und ein idealer Pausenfüller oder Auftakt für einen Spieleabend. Die Einstiegshürde ist minimal – ein kurzer Regelüberblick, und schon kann losgeschnippt werden. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass Würfel auch mal vom Tisch rollen; etwas Bewegung gehört hier dazu. Oder man spielt gleich auf dem Fußboden, was wiederum Kindern deutlich leichter fällt.
Wie bei vielen Neuauflagen gab es vereinzelt Berichte über kleinere Materialmängel – etwa nicht ganz plan liegende Matten oder Aufkleber, die sich von den Würfeln lösen oder schief angebracht sind. In unserem Exemplar waren die drei Neoprenmatten, die zusammen das Spielfeld bilden, einwandfrei. Das Problem mit den Würfeln hingegen können wir nachvollziehen: Sie wirken etwas günstig produziert, sind sehr leicht und springen beim Schnippen oft unkontrolliert. Selbst mit viel Geschick ist es schwer, sie gezielt über längere Distanzen zu steuern. Gerade mit jüngeren Kindern kann das den Spielfluss etwas bremsen – mindert aber den Spaß insgesamt nur gering. Denn im Kern bietet „Rumms – Schnipp die Krone“ genau das, was man von einem locker-lustigen Geschicklichkeitsspiel erwartet: schnelle, chaotische und herrlich unterhaltsame Duelle voller Action.

Rumms – Schnipp die Krone: Auf einen Blick

Bei „Rumms – Schnipp die Krone“ schnippst du deine Würfel mit Geschick und etwas Glück, um den gegnerischen König zu stürzen. Die Kosmos-Neuauflage bringt das chaotisch-lustige Duell in einer Blechdose mit neuem Design zurück; das Spielmaterial könnte dennoch hochwertiger sein.
Autor: Oliver Sibthorpe, Gary Sibthorpe | Kosmos | 2021 | 2 bis 4 Personen | ab 7 Jahren | bis 20 Minuten
Hinweis: Wertungen vergeben wir im Bereich 0 bis 4 Sternen. Spiele mit 0-1,5 Sternen sind sind schlecht, mit 2 bis 2,5 Sternen durchschnittlich. Ab 3 Sternen beginnen die empfehlenswerten Spiele. Nur außergewöhnliche Titel erhalten 4 Sterne („Four-Star Game“).



