Grumpf

Jedes Jahr kaufen wir auf der SPIEL in Essen ein Brettspiel blind, also ohne Kenntnis seiner Regeln oder des Spielablaufs. Hauptsache günstig und es fällt uns im Vorbeigehen positiv auf. In diesem Jahr traf es ein Spiel namens „Grumpf”, das wir für schlappe fünf Euro erstanden haben.

Familienspiel Grumpf
Familientauglich, schnell erklärt und in vier lebhaften Runden durchgespielt: Grumpf

Ihr kontrolliert im Spiel eure Grümpfe, das sind hungrige Knuddelmonster, die zu einem bestimmten Clan gehören. Alle Spieler platzieren diese Grümpfe gleichzeitig und in Echtzeit auf sechs Tableaus. Dort gehen sie anschließend auf die Jagd und fangen Tiere. Um erfolgreich zu sein, müsst ihr zunächst mit euren Mitspielern kooperieren und auf jedem Tableau gemeinsam eine Bedingung erfüllen. Aber letztlich zählt, wer auf den Tableaus der am stärksten vertretene Clan ist, um möglichst viele Tiere zu erhalten. Der Spieler mit den meisten Punkten aus Sets verschiedener(!) Tierarten gewinnt.

Grumpf: Ablauf einer Runde

Ihr spielt genau vier Runden; der Spielzug für eine einzelne Runde läuft so ab: Jeder Spieler nimmt die acht Grumpf-Plättchen seiner Farbe in die Hand. Alle Plättchen sind beidseitig bedruckt, jeweils mit einem Wert zwischen 1 und 6. Ihr platziert, sobald die Runde startet, eure Grümpfe so schnell wie möglich auf den sechs Jagd-Tableaus. Dabei dürft ihr nur eine Hand benutzen. Gar nicht so leicht, die Plättchen gleichzeitig zu halten, zu drehen und auszuwählen, um sie dann auf einem Feld zu platzieren.

Ihr dürft alle acht Grümpfe auslegen, müsst es aber nicht. Sobald ihr mit dem Platzieren fertig seid, legt euer Stammesplättchen auf die Hütte in der Tischmitte. Sobald beide Hütten besetzt sind, endet die Runde. Die Spieler hören sofort auf, Grümpfe zu platzieren.

Wertungen auf den Jagd-Tableaus

Auf fünf der sechs Tableaus liegt eine zufällig zuvor gezogene Anzahl von Tieren, zum Beispiel Bienen auf dem gelben Tableau, Fische auf dem blauen oder Vögel auf dem roten. Auf dem sechsten Tableau könnt ihr keine Tiere, sondern Zauberplättchen einsammeln, die euch bei der späteren Punktevergabe Vorteile bringen.

Einige Tableaus geben Bedingungen vor, die erfüllt sein müssen, damit die Grümpfe dort jagen dürfen. Auf dem blauen Tableau muss die gemeinsame Stärke aller Grümpfe kleiner oder gleich 10 sein. Und auf dem grünen Tableau muss die Anzahl der Grümpfe mindestens 4 betragen, unabhängig von der Farbe der Grümpfe.

Sobald die Jagdbedingungen erreicht wurden, zählt die Stärke jedes Clans auf dem Tableau. Dafür rechnet ihr alle Werte der gelben, grünen, blauen usw. Clans zusammen und wisst danach, wer in diesem Gebiet der stärkste ist. Dieser Clan (ergo: Spieler) erhält auch die meisten dort zu fangenden Tiere.

In jedem Clan befinden sich drei Grümpfe, die keinen Wert besitzen, dafür aber eine bedrohliche Keule schwingen. Mit diesen Keulen-Grümpfen verpasst ihr einem gegnerischen Grumpf, der schon platziert wurde, einen Hieb und setzt ihn für diese Runde (und damit seinen Zahlenwert) außer Gefecht. Nicht nett, aber sehr praktisch.

Nach vier Runden sind alle Tierplättchen erlegt und verteilt. Es kommt zur Schlusswertung. Je heterogener eure Tiersammlung ist, desto besser. Ihr legt eure Tierplättchen in möglichst langen Reihen aus, wobei jede Reihe aus verschiedenen Tierarten bestehen muss. Die Siegpunkte werden nach folgendem Schema ermittelt: Ein Set aus 5 unterschiedlichen Tieren ergibt 6 Punkte (4/4 Punkte, 3/2 Punkte, 2/1 Punkt). Falls ihr ein Zauberplättchen ergattert habt, könnt ihr damit ein Tierplättchen verdoppeln.

Grumpf: Erster Eindruck

Grumpf (La Boîte de Jeu) ist familientauglich, schnell erklärt und in vier lebhaften Runden durchgespielt. Das allein übertrifft unsere Erwartung nach dem Blindkauf auf der SPIEL 19. Und nach mehreren Partien zu viert müssen wir sagen, dass der Mix aus Kooperation und Konfrontation zwischen den Spielern ansprechend umgesetzt wurde.

Grumpf (erschienen im Jahr 2017) ist kein kooperatives Spiel im eigentlichen Sinn. Dafür sorgt die geforderte Mehrheitenbildung seines eigenen Clans im jeweiligen Jagdgebiet. Die lässt sich durch blitzschnelles Platzieren oder geschicktes Kontern mit Grümpfe in letzter Sekunde erreichen. Und manchmal auch recht fies durch einen gezielten Keulenschwung, der euch kurz vor Rundenende noch die Clan-Mehrheit sichert.

Als Gruppe sollte man solche gewollt turbulenten Spielverläufe mögen. Und ein wenig Frusttoleranz gerade bei den mitspielenden Kindern ist wünschenswert. Aber auch wir Erwachsenden verpassen mitunter entscheidende Momente und ärgern uns. Dann nämlich, wenn wir den Überblick verlieren und sicher geglaubte Mehrheiten unbemerkt abhanden gekommen sind.

Grumpf ist eines dieser unterhaltsamen Spiele für die ganze Familie, solange jeder Mitspieler fit genug im Kopfrechnen bis 20 ist. Deshalb macht die Altersangabe ab 8 Jahren hier durchaus Sinn.


Grumpf – auf einen Blick

Pierre Compain | La Boîte de Jeu | 2017 | 2-6 Spieler | ab 8 Jahren | 15 Minuten

Echtzeitspiel für reaktionsschnelle Spieler mit starken Nerven: Bei Grumpf müsst ihr in Jagdgebieten Mehrheiten bilden, um dort die meiste Beute zu machen.

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