Neue Brettspiele auf der SPIEL 22: Tipps aus der Brettspielelust-Redaktion

Wie in jedem Jahr sitzen wir staunend vor der immer länger werdenden Liste mit interessanten Messeneuheiten. Mehr als 1.000 neue Brett-, Karten- und Würfelspiele präsentieren die Verlage auf der SPIEL 22. Schwierige Produktions- und Lieferbedingungen dürften den Start mancher Titel verzögern, aber dennoch wagen wir die Prognose: Der Herbst wird wieder ein Fest für Spielefans!

In neun Kategorien stellen wir euch vorm Start der SPIEL 22 die spannendsten Brettspiele vor – komplett subjektiv und mit Mut zur riesigen Lücke… Wie immer legen wir einen Fokus auf die Familientauglichkeit der Spiele.

Viel Spaß beim Lesen!

Inhaltsverzeichnis dieses Beitrags

Kategorie „Puzzlespiele, bei denen du irgendwelche Dinge in Raster reinoptimierst“
Kategorie „Naturspiele, die mit Bienchen und Blümchen Entspannung vorgaukeln und dich dann an den Rand der Verzweiflung treiben“
Kategorie „Kennerspiele, bei denen du erstmal tief ins Regelbuch eintauchen musst“
Kategorie „Duelle für alle, die auf Konfrontation am Spieltisch stehen“
Kategorie „Familienspiele, die man sogar mit mehr als vier Personen spielen kann“
Kategorie „Kartenspiele, die als Aufgalopp für jeden schönen Spieleabend taugen“
Kategorie „Brettspiele, die von unseren Lieblingsautor:innen stammen“
Kategorie „Irgendwas mit Roll oder Flip & Draw oder Write“
Kategorie „Erweiterungen, bei denen wir kurz zucken und dann doch zuschlagen müssen“

Kategorie „Puzzlespiele, bei denen du irgendwelche Dinge in Raster reinoptimierst“

Diese Art von Brettspielen mögen wir: Man legt Karten oder Plättchen in Reihen und Spalten, achtet auf gute und schlechte Nachbarn sowie unterschiedliche Punktebedingungen. Klappt natürlich nie perfekt und wir sind von der verfügbaren Auslage oder den gezogenen Karten abhängig.

Unbedingt ansehen: Bei Fresh Fruits (Huch) müssen wir Früchte einkaufen und im Körbchen (Früchteplättchen werden hier in ein Raster eingebaut) nach Hause bringen. Die schweren Früchte dürfen nicht auf die leichten gelegt werden und es soll genau das Obst gekauft werden, dass die Tante daheim bestellt hatte. Ein einfaches Legespiel für zwei bis fünf Personen.

Ebenfalls interessant: Im Puzzlespiel Town 66 (Oink Games) sollen Häuserkarten angelegt werden. Jede Farbe und jedes Symbol darf nur einmal pro Reihe oder Spalte vorkommen, somit dürfte es zum Ende der kurzen 15 Minuten Spielzeit immer enger werden. // Eng aneinander gedrängt stehen auch die Passagiere in Subway Squeeze (Professor Puzzle): In klassischer Polynomio-Manier sortieren wir Plättchen mit Fahrgästen platzsparend in unsere U-Bahn ein. // Und in Overbooking (Huch) sind es keine Fahrgäste, sondern Touris, die wir in den verfügbaren Hotelbetten der Stadt unterbringen. Ein paar Regelkniffe sorgen für mehr Interaktion unter den Spielenden als in diesem Genre üblich.


Kategorie „Naturspiele, die mit Bienchen und Blümchen Entspannung vorgaukeln und dich dann an den Rand der Verzweiflung treiben“

Naturspiele sind weiterhin ein Riesentrend. Verlagsverantwortliche wissen längst, dass Tiere auf der Spielschachtel viele Gelegenheitsspieler:innen ansprechen und neugierig machen. Die sollten sich von der hübschen und harmonischen Aufmachung nicht täuschen lassen: Auch in Naturspielen sorgen verzwickte Knobeleien dafür, dass die Köpfe rauchen.

Unbedingt ansehen: Mit Savannah Park hatten die Autoren Wolfgang Kramer und Michael Kiesling im vergangenen Jahr ein schönes Familienpuzzle am Start. Nun bringt Deep Print Games Caldera Park heraus, das – sagen wir es vorsichtig – eine gewisse optische Ähnlichkeit hat. Hexagon-Plättchen mit Tieren darauf wollen so platziert werden, dass möglichst große Gruppen entstehen. Als neues Element kommt nun das Wetter in das gehobene Familienspiel, zudem Flüsse, Wasserfälle und Geysire. Wir sind auf jeden Fall gespannt und neugierig, wie gut sich der Nachfolger spielt.

Ebenfalls interessant: Bei Evergreen müssen wir einen ausgetrockneten Planeten in ein grünes Paradies verwandeln. Wir pflanzen Sprosse und lasst sie zu großen Bäumen heranwachsen, wobei die Sonne eine wichtige Rolle spielt. Sehr interessante Mechanik! // Viel beschaulicher geht es in Village Green zu, wo bei einem Wettbewerb die schönste Parkanlage gesucht ist. Die Spielenden sortieren Karten mit Blumen und Bäumen in ein Raster und versuchen, die Punktbedingungen zu erfüllen. // Und im Solo-Lege-Puzzle Zitrushain gilt es, durch kluges Anlegen der Handkarten möglichst viele Früchte zu ernten. Dazu muss man seine Karten so platzieren, dass die darauf abgebildeten Obstbäume andere Bäume gleicher Sorte im Zitrushain überdecken.


Kategorie „Kennerspiele, bei denen du erstmal tief ins Regelbuch eintauchen musst

Unbedingt ansehen: Brettspiele von Alderac wecken grundsätzlich unser Interesse: Cascadia, Calico, Tiny Towns oder Punktsalat machen richtig Spaß. Und nun kommt mit Verdant der vielleicht nächste große Hit. Wir müssen in unserem Wohnzimmer Zimmerpflanzen-Karten arrangieren, so dass die passend zueinander und mit günstigen Lichtbedingungen in unserer Sammlung ausliegen. Ein feiner Hirnverzwirbler u.a. von Molly Johnson und unserer Lieblingsillustratorin Beth Sobel.

Ebenfalls interessant: 2F-Spiele kündigt Findorff als ökonomischen Engine Builder an – mit einem aus Funkenschlag bekannten Rohstoffmarkt für Torf und einem innovativen Warenmanagement beim Gleis- und Hausbau. Im Spiel geht es nach Bremen, wo wir das Findorff-Viertel aufbauen sollen. 25 historische Bauwerke stehen zur Verfügung, z.B. die Stuhlrohrfabrik oder der Schlachthof, die Bierhalle oder die Torfschiffer Herberge. // In Coffee Traders entwickeln wir in aller Welt Kaffeeröstereien; bauen, handeln und versuchen, in diesem anspruchsvollen Spiel nicht den Überblick zu verlieren. Oha, wer zum größten Kaffeebaron werden will, sollte vorab 100+ Euro für den Kauf des Spiels von Skellig Games zurücklegen. // Und Imperial Steam (Frosted Games) ist ein komplexes Gleisbauspiel, bei dem wir Eisenbahnnetze anlegen und Güter aus Fabriken in die Städte liefern (so fasse ich die 32 Seiten Anleitung in einem lapidaren Halbsatz zusammen).


Kategorie „Duelle für alle, die auf Konfrontation am Spieltisch stehen“

Unbedingt ansehen: Land & Meer (Kobold Spieleverlag) ist ein taktisches Legespiel von Jon-Paul Jaques, bei dem man aus doppelseitigen Plättchen nach und nach eine Landschaft aus Land- und Meeresgebieten zusammensetzt. Dabei könnt ihr unterschiedliche Möglichkeiten für das Sammeln von Punkten ins Spiel einbauen und miteinander kombinieren. Das Grundspiel sieht noch recht einfach aus, richtig zur Sache dürfte es mit allen Zusatzregeln gehen.

Ebenfalls interessant: In Fika (Board Game Circus) betreiben zwei Spieler:innen jeweils ein eigenes Café und versuchen, mehr Münzen zu verdienen als ihr Gegenüber. Sie müssen ihre Karten clever ausspielen, die gegnerische Auslage manipulieren und als Erstes zwei Runden gewinnen. Klingt gemütlich, aber doch konfrontativ! // Ja gut, das Cover von Fasanerie muss nicht gefallen, ist aber zumindest auffällig. In diesem Kartenspiel von Friedemann Friese (2F-Spiele) machen wir uns auf die Suche nach edlen Fasanen für die Fasanerie. Wir bewegen uns dafür entlang einer Allee, um wertvolle Karten einzusammeln und unliebsame liegen zu lassen. Leider sind noch andere Angestellte unterwegs und stören unsere Pläne… // Ziel in Lofoten (Pearl Games) ist es hingegen, Waren vom Markt auf Schiffe zu laden und sie zurück zum eigenen Clan zu bringen. Für jede Warenart gibt es eine bestimmte Wertung, die einen Vorteil gegenüber dem Gegner bringen kann.


Kategorie „Familienspiele, die man sogar mit mehr als vier Personen spielen kann“

Unbedingt ansehen: In Animal Kingdoms (Game Factory) ringen bis zu fünf Spieler:innen um die Vorherrschaft im Tierreich. Sie nutzen die verschiedenen Tierkarten auf der Hand als Helfer in den fünf Regionen. Achtung, überall gelten andere (und wechselnde!) Gesetze, mit denen man dort Punkte erzielt. Und das auch nur, wenn man am Rundenende die Mehrheit in den Gebieten von der Savanne bis zum Urwald erlangt hat. Haben wir schon ausprobiert, gefällt!

Auch interessant: Die wandelnden Türme von Abacusspiele für bis zu sechs Personen. Alle versuchen, als Erstes die eigenen Magier in die Rabenburg zu bringen und auf dem Weg dorthin ihre Zaubertrankflaschen zu füllen. Die Magier bewegen sich entweder zu Fuß oder auf wandelnden Türmen fort. Schöne Idee, dass man durch die weiterziehenden Türme auch Gegner einsperren kann – interaktiv und absolut familientauglich! // In Schätze des Waldes (Huch) stöbern wir nach Steinpilzen, Morcheln und anderen Leckereien. Wir suchen die besten Stellen im Unterholz und erfahren erst am Rundenende, welche Pilze wie viele Punkte ernten. Bluffspiel von Blue Orange Games für max. fünf Spielende. // Und weil wir Küchenspiele wie Kitchen Rush und Kosmopolit lieben, sind wir gespannt auf Pot Pourri von Piatnik: Drei bis fünf Personen wetteifern mit ihren kulinarischen Fähigkeiten. Es gilt, sich möglichst genau an die Rezeptangaben zu halten und so viele passende Zutaten wie möglich in die drei Töpfe zu füllen. Hm, klingt lecker!


Kategorie „Kartenspiele, die als Aufgalopp für jeden schönen Spieleabend taugen“

tba…


Kategorie „Brettspiele, die von unseren Lieblingsautor:innen stammen“

Unbedingt ansehen: Mit Flamme Rouge hatte Asger Granerud einen modernen Klassiker des (Rad-)Rennspiels geschaffen. Als Fans sind wir gespannt, ob es sein neues Autorennspiel Heat: Pedal to the Metal auf die Pole Position schafft. Sieht extrem heiß aus, erinnert ein wenig an Formula D und tendiert taktisch und strategisch (vor allem im Fortgeschrittenen-Modus) in Richtung Kennerspiel. Leider noch nicht auf Deutsch erhältlich.

Ebenfalls interessant: Worker Placement als eine der Mechaniken, Uwe Rosenberg als Autor, dazu eine randvolle Schachtel mit hunderten Holzteilen: Wow, an Atiwa klingt alles richtig gut. Wir können es kaum erwarten, mithilfe unserer Flughunde eine westafrikanische Obstfarm zu entwickeln. // Carcassonne ist und bleibt unerreicht. Nach vielen Erweiterungen, die nicht alle zündeten, bringt Hans im Glück im Jahr 21 des Klassikers eine kooperative Variante an den Start. Klar, dass wir uns Nebel über Carcassonne anschauen. // Sein My-City-Konzept verlegt Altmeister Reiner Knizia nun auf die Insel. In My Island (Kosmos) tauchen wir in insgesamt 24 Abenteuer ein und versuchen, alle Geheimnisse der Inselwelten zu erforschen. Legacy-Spaß für viele Stunden sollte garantiert sein.


Kategorie „Irgendwas mit Roll oder Flip & Draw oder Write“

tba…


Kategorie „Erweiterungen, bei denen wir kurz zucken und dann doch zuschlagen müssen“

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